Leitl fordert noch stärkere Einbindung der Sozialpartner auf europäischer Ebene

Um Reformkurs in Europa durchzusetzen, muss die Einbindung der Sozialpartner gewährleistet sein

Wien (OTS/PWK682) - "Die Europäische Kommission hat erkannt, dass es ohne die Einbindung der Sozialpartner in Wirtschafts- und Sozialfragen keine soziale Dimension der Wirtschafts- und Währungsunion geben kann", erklärt Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, zur heute veröffentlichten Mitteilung über die soziale Dimension der WWU: Europa könne die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise nur gemeinsam auf EU-Ebene lösen. "Gerade in Zeiten des raschen wirtschaftlichen und sozialen Wandels muss die Mitwirkung der Sozialpartner auf möglichst breiter Basis gewährleistet sein, um die ehrgeizigen Reformprogramme zu bewältigen und die Akzeptanz der Bevölkerung zu gewinnen", betont Leitl. Auch wenn es dabei keine "one-size-fits-all"-Lösung gibt, so stellt doch die Mitwirkung der europäischen und nationalen Sozialpartner an den Reformprogrammen sicher, dass sie von den wichtigsten Wirtschaftsakteuren mitgetragen und damit maßgeschneiderte Lösungen gefunden werden.

Beispielsweise können Länder mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit von Mitgliedstaaten mit niedriger Jugendarbeitslosigkeit lernen, indem sie z.B. Systeme der dualen Ausbildung übernehmen, diese aber unter Mitwirkung der nationalen Sozialpartner auf ihr Land passend umsetzen. Der breite gesellschaftliche Konsens zur Lehrausbildung in Österreich ist einer der Hauptgründe für die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Eine engere Überwachung der sozialen Lage durch vergleichbare Indikatoren schafft die nötige Basis, um frühzeitig auf Herausforderungen reagieren zu können - die WKÖ begrüßt daher die Entwicklung eines Scoreboards von sozialen und Arbeitsmarktindikatoren.

Ein Mittel zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit in der Peripherie der EU und dem Fachkräftemangel in ihrem Zentrum ist die Förderung der innereuropäischen Mobilität: Der weitere Ausbau des Mobilitätsportals EURES, die verbesserte Zusammenarbeit der nationalen Arbeitsämter sowie die gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen sind wichtige Instrumente, um es Menschen zu ermöglichen, auch außerhalb ihres Heimatlandes einen Arbeitsplatz zu finden. "Die Programme, Maßnahmen und die finanziellen Mittel sind vorhanden - diese müssen unter Einbindung der Sozialpartner genutzt und in Einzelbereichen verbessert werden, um das soziale Gesicht Europas sichtbar zu machen", so der WKÖ-Präsident abschließend. (FA)

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