Animal Hoarding: 15 Katzen in kleiner Wohnung

Österreichischer Tierschutzverein hilft und erläutert Phänomen

Wien (OTS) - Auch in Österreich kommt es immer öfter vor, dass Menschen zu viele Tiere halten und mit deren Pflege überfordert sind. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

Es sind in erster Linie ältere, nicht berufstätige Frauen, die von dem Phänomen "Animal Hoarding" betroffen sind. Noch ist nicht geklärt, welche Faktoren dazu führen, dass eine Person zur Tierhorterin wird. Susanne Hemetsberger, Geschäftsführerin des Österreichischen Tierschutzvereins, kennt viele solche Fälle. "Einsamkeit und eine Wohnsituation in abgeschiedener Lage sind bei den meisten Betroffenen der Ausgangspunkt. Es beginnt mit großer Tierliebe und der Rettung von notleidenden Tieren. Schnell jedoch wachsen die Bedürfnisse der Tiere den Betroffenen über die Ohren, die Tiere vermehren sich mangels Kastration ungewollt und so setzt sich ein Teufelskreis in Bewegung."

Erst im April dieses Jahres hatte der Österreichische Tierschutzverein 11 Hunde aufgenommen, die vom Amtstierarzt beschlagnahmt worden waren. Die Halterin und ihre Hunde hatten knöcheltief im eigenen Kot gelebt, der Ammoniakgestank hatte den Helfern die Tränen in die Augen getrieben. Solche Zustände können auch für Menschen gesundheitsgefährdend sein, doch die Betroffenen nehmen das nicht war, verdrängen das Offensichtliche. "Die psychisch und physisch kranke Halterin drohte daraufhin mit Suizid und wurde vom Amtsarzt in die Nervenheilanstalt eingewiesen", schildert Hemetsberger den Ernst der Lage.

Nun ist der Verein erneut mit den Auswirkungen einer problematischen Tierhaltung konfrontiert. "Eine Dame hatte 15 unkastrierte Katzen in ihrer Wohnung gehalten und war mit deren Pflege völlig überfordert. Glücklicherweise griff ein beherzter Tierarzt ein, kastrierte die Katzen und bemühte sich um deren Unterbringung. Der Österreichische Tierschutzverein erklärte sich bereit, elf Katzen auf seinen Assisi-Höfen aufzunehmen."

Wie auch beim ähnlichen "Messie-Symdrom", verweigern die Betroffenen häufig jede Hilfe. "Animal Hoarder haben wenige Bezugspersonen und diese werden meist vergrault, sobald sie Kritik an den Zuständen äußern", weiß Hemetsberger. "Oft werden Behörden auf die Tiersammler erst aufmerksam, wenn die Lage schon extrem kritisch ist. Dabei wäre ein früher Eingriff sowohl für die Tiere als auch deren Halter besser."

Sobald jemand eine große Anzahl an Tieren hält, aber offensichtlich nicht in der Lage ist, für deren Wohlbefinden und Gesundheit zu sorgen, kann man von Animal Hoarding sprechen. Wenn die Haltung negative Auswirkungen auf die Lebensumstände des Halters hat, dieser das jedoch ignoriert, ist die Lage bereits kritisch. Was können Freunde, Nachbarn und Familienangehörige bei einem Verdacht tun? "Es ist wichtig, dem Tiersammler mit Verständnis, Geduld und Respekt zu begegnen. Eine tiefe Vertrauensbasis ist nötig, um die Probleme anzugehen. Am Besten sucht man sich Beistand bei Profis", rät Hemetsberger abschließend.

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