Metallindustrie-KV: BetriebsrätInnen und Gewerkschaften empört über permanente Provokationen der FMMI-Arbeitgeber

Zweite FMMI-Runde ohne Ergebnis unterbrochen: Regionale Konferenzen der Metall-Betriebsratsvorsitzenden starten

Wien (OTS/ÖGB) - Auch die zweite Runde bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die Metallindustrie mit dem Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) wurde am 1. Oktober nach rund zehn Stunden ohne Ergebnis unterbrochen. Die BetriebsrätInnen des Verhandlungsteams der Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp sind empört über die Provokationen der Arbeitgeber. "Das ist ein erneuter Generalangriff des FMMI auf den Kollektivvertrag. Schutzbestimmungen für die Beschäftigten sollen aus dem KV gestrichen werden. Die Gestaltung der Normalarbeitszeit soll gänzlich dem Willen der Unternehmer unterworfen werden. Nicht einmal die Inflationsrate soll mit einer Einkommenserhöhung abgedeckt werden. Das ist beschämend für die österreichische Sozialpartnerschaft. Die BetriebsrätInnen und Gewerkschaften im FMMI-Bereich werden sich dagegen massiv zur Wehr setzen", betonen die beiden Verhandlungsleiter Rainer Wimmer und Karl Proyer.

Noch vor der dritten Verhandlungsrunde am 15. Oktober werden regionale Konferenzen der Betriebsratsvorsitzenden der Metallindustrie einberufen.

Die FMMI-Arbeitgeber wollen die Inflationsrate von 2,4 Prozent als Basis für die Lohn- und Gehaltserhöhung nicht anerkennen. Schon bisher wurde in den KV-Verhandlungen immer die die Inflation der vergangenen zwölf Monate vor den Verhandlungen betrachtet. Diese beträgt heuer eben 2,4 Prozent. Der FMMI will nun aber sogar von der aktuellen monatlichen Inflationsrate ausgehen. Dies betrug im August 1,8 Prozent. "Das ist eine ungeheuerliche und skandalöse Verhandlungsweise des Fachverbandes und eine Ohrfeige für die Beschäftigten. So geht man mit ArbeitnehmerInnen nicht um", sagen Wimmer und Proyer: "Der FMMI und der FMMI-Obmann Knill tun alles, um die Sozialpartnerschaft weiter zu beschädigen."

Außerdem fordern die Arbeitgeber, dass die Gestaltung der Normalarbeitszeit künftig ausschließlich auf Betriebsebene passieren soll. Schutzbestimmungen im Kollektivvertrag sollen eliminiert werden. 10 bis 12 Stunden tägliche Normalarbeitszeit sollen künftig möglich sein. "Dies würde bedeuten: Arbeiten bis zum Umfallen, eine 50- bis 60-Stunden-Woche ohne Überstundenzuschläge. Der FMMI versucht die neoliberalen Politikansagen der letzten Wochen nun in die Tat umzusetzen. Das werden wir sicher nicht zulassen", sagen Wimmer und Proyer.

Ein Beschäftigter mit derzeit durchschnittlich fünf Überstunden pro Woche würde dann mit dem Modell der Arbeitgeber zwischen 2.500 und 4.000 Euro weniger bezahlt bekommen. "Das sogenannte Beschäftigungssicherungsmodell des FMMI ist in Wahrheit ein Lohnkürzungsprogramm verbunden mit Arbeitszeiten wie vor rund 130 Jahren. Die Verantwortung für einen Konflikt haben einzig und allein die KV-Verhandler des FMMI. BetriebsrätInnen und Gewerkschaft werden Verschlechterungen für die Beschäftigten nicht zulassen und fordern von den Arbeitgebern für die dritte Runde ein klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe sowie ordentliche Lohn- und Gehaltsverhandlungen", sagen Wimmer und Proyer.

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