Wien erhöht Beitrag zur Pflege der jüdischen Friedhöfe

Instandhaltung für zumindest weitere 20 Jahre sichergestellt

Wien (OTS) - Die Stadt Wien erhöht ihren finanziellen Beitrag zur Pflege jüdischer Friedhöfe in der Stadt. Künftig wird die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) jährlich bis zu 860.000 Euro (wertgesichert) für die Pflege erhalten.

Schon bisher hat die IKG auf freiwilliger Basis Subventionen in Höhe von zuletzt 340.000 Euro jährlich erhalten. Mit der nun von Stadt Wien und IKG gemeinsam ausgearbeiteten und vom Wiener Gemeinderat vergangenen Donnerstag (26.9.2013) beschlossenen Regelung, wird der Betrag deutlich erhöht und für zumindest 20 Jahre sichergestellt. Die Stadt übernimmt in Form einer Subvention an die IKG die Kosten, die Pflege wird von der IKG selbst durchgeführt.

"Die Stadt Wien hat sich immer dazu bekannt, sein jüdisches Erbe zu erhalten und zu bewahren. Gemeinsam haben wir mit der IKG so manches erreicht, wie etwa die Wiedereröffnung des Hakoah-Sportareals, die Abhaltung der Makkabi-Spiele 2011 oder den Bau eines neuen Tempels. Mit der nun vereinbarten Regelung ist die Instandhaltung der Jüdischen Friedhöfe langfristig sichergestellt", so Bürgermeister Michael Häupl.

"Wir haben gemeinsam mit der Stadt eine gute Vereinbarung für die Instandhaltung gefunden. Mit Hilfe des Bundes werden wir nun hoffentlich bald an die Sanierung der Friedhöfe gehen können", so der Präsident der IKG, Oskar Deutsch.

Stadt finanziert Instandhaltung, Bund Instandsetzung

Mit dem Bundesgesetz über die Einrichtung des "Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich" vom 14. Dezember 2010 wurde ein vom Bund dotierter Fonds eingerichtet, der die Instandsetzung jüdischer Friedhöfe in Österreich sichern soll. Leistungen aus diesem Fonds können unter bestimmten Voraussetzungen von Seiten der Eigentümer der jüdischen Friedhöfe und/oder von diesen beauftragten Dritten in Anspruch genommen werden. Eine dieser Voraussetzungen ist die schriftliche Zusage der jeweiligen Standortgemeinde, auf mindestens 20 Jahre für die weitere Instandhaltung des betreffenden Friedhofes Sorge zu tragen. Diese Zusage ist in Wien nach intensiven Gesprächen mit der IKG erfolgt.

Jüdische Friedhöfe in Wien

Von der Vereinbarung sind folgende jüdische "Friedhöfe" auf dem Gebiet der Stadt Wien umfasst:

o 9., Seegasse 9 "historischer jüdischer Friedhof in der Rossau"; Grundeigentümerin IKG Wien.
o 18., Schrottenbachgasse 3 "jüdischer Friedhof Währing"; Grundeigentümerin IKG Wien.
o 21., Ruthnergasse 24 - 26 "jüdischer Friedhof Floridsdorf"; Grundeigentümerin IKG Wien.
o 11., Simmeringer Hauptstr. 244, Tor V, "neuer jüdischer Friedhof am Zentralfriedhof"; Grundeigentümerin IKG Wien.
o 11., Simmeringer Hauptstr. 230 B, Tor I, "alter jüdischer Friedhof am Zentralfriedhof"; Grundeigentümerin Friedhöfe Wien GmbH.

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