Neues Volksblatt: "Auf ein Neues" von Markus EBERT

Ausgabe vom 30. September 2013

Linz (OTS) - Noch war nicht klar, wie sich der neue Nationalrat tatsächlich zusammensetzt, hatte Norbert Darabos für die SPÖ bereits den Kanzleranspruch gestellt - im Bewusstsein, dass sich eine Regierung unter SPÖ-Beteiligung nur mit der ÖVP ausgeht. Es klang freilich weniger nach Einladung als nach dem Wunsch, den Status quo möglichst schnell zu zementieren. Doch so rasch wird man nach diesem Wahlergebnis wohl nicht zur Tagesordnung übergehen können - auch wenn das aus der Sicht der ÖVP nicht heißen sollte, Flirts mit Blau und Stronach anzufangen, um die SPÖ bei Koalitionsverhandlungen zu Zugeständnissen zu zwingen. Denn dieser schwarz-blau-gelbe Dreier wäre vom Start weg zum Scheitern verurteilt, zu viele unsichere Kantonisten gibt es in den Reihen der beiden theoretischen Koalitionspartner.
Nachdenklich stimmt, dass in der SPÖ die Selbstreflexion über das Wahlergebnis nicht sonderlich ausgeprägt zu sein scheint. Jedenfalls ist man von einem "Vertrauensvorschuss", wie ihn Parteichef Werner Faymann ortete, weit entfernt - das war wohl eher ein Schuss vor den Bug. Will man Österreich weiter voranbringen, darf es keine Tabuthemen geben.
Bis zu einem gewissen Ausmaß beruhigend ist, dass Frank Stronach doch nicht einfach die Wählerschaft einkaufen kann. Die Grünen werden ihre Rolle weiterspielen, die Neos müssen sich nun im parlamentarischen Alltag beweisen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001