"trend": Attila Dogudan befürwortet Reichensteuer

Do&Co denkt daran, in eine eigene Universität zu investieren.

Wien (OTS) - Der Mehrheitseigentümer des börsennotierten Airline-Caterers Do&Co, Attila Dogudan, spricht sich im "trend"-Interview indirekt für eine Fortführung der großen Koalition aus: "Ich war zwar immer ein Verfechter eines Mehrheitswahlrechts, wo dann einer Verantwortung trägt und auch die Rechnung dafür zahlt. Aber im Moment bin ich nicht sicher, ob das gescheit wäre. Denn wir leben in einer Zeit, in der es wichtig ist, Konsens hinzukriegen", sagt Dogudan in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Wirtschaftsmagazins.

Der Großgastronom ist zwar grundsätzlich skeptisch, ob der wirtschaftliche Abstieg Österreichs und Europas noch aufzuhalten ist:
"Die Menschheit lebt seit Jahrhunderten in der selben Sinuskurve. Um die Zukunft vorherzusagen, muss man nur in den Geschichtsbüchern lesen: Zuerst Zerstörung durch Krieg, dann Aufbau, dann Wohlstand. Und dann die Phase der Dekadenz. In der befinden wir uns jetzt." Er appelliert aber trotzdem an die Politik, durch Reformen die globale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs möglichst lange zu erhalten. In diesem Zusammenhang nennt er etwa den Streit um Überstundenzuschläge "eine völlig lächerliche Diskussion. Das, was an Veränderung notwendig ist, sind ja keine geisteskranken Aktionen, die den Wohlstand der Menschen gefährden."

Im "trend" signalisiert er auch Verständnis für eine Art Reichensteuer: "Dass Menschen, die mehr Geld haben, einen höheren Beitrag an die Gesellschaft leisten müssen, ist für mich selbstverständlich. Wenn daher der Höchststeuersatz zeitlich befristet hinaufgesetzt oder Vermögenszuwachs noch progressiver besteuert wird, warum nicht?" Eine Vermögenssteuer, die substanzmindernd wirkt, lehnt er hingegen kategorisch ab, also auch die Erbschaftssteuer.

Aufhorchen lässt Dogudan damit, dass Do&Co daran denke, in eine eigene Universität in Österreich zu investieren. Durch den Erfolg des Unternehmens bei Turkish Airlines habe Do&Co nämlich "nicht wirklich das Problem, Kunden zu kriegen. Die Frage ist eher, wie sollen wir sie beliefern? In unserer saturierten Gesellschaft ist es sehr schwer, Menschen zu finden, die noch Dienst leisten wollen." Eine eigene Ausbildungsstätte soll diese Situation verbessern.

Die neue Strategie von Do&Co ist, ein Multimarken-Gourmetkonzern nach dem Vorbild der Louis-Vuitton-Gruppe im Luxussegment zu werden. Dogudan will in den kommenden Jahren internationale Marken zukaufen, vornehmlich in England und Amerika. Große Akquisitionen will er gegebenenfalls durch eine Unternehmensanleihe finanzieren. Auf Expansionskurs ist auch die eigene Zweitmarke "Henry". Bis Jahresende wird es schon zehn Standorte geben, davon drei neue in Wien.

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