SPÖ-Wahlabschluss (3) - Bundeskanzler Faymann: Sozialdemokratie ist notwendiger denn je

Dank an Wahlbewegung für bisherigen Einsatz - "Unsere Aufgabe: dafür zu sorgen, dass die Arbeitnehmer anständig behandelt werden"

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Werner Faymann hat heute, Freitag, in seiner Rede bei der Wahlabschluss-Veranstaltung der SPÖ, die in Wien unter dem Motto "Gemeinsam für Österreich" begangen wurde, die SPÖ-Kernthemen Arbeit, Pensionen und Gerechtigkeit betont. Der Kanzler, der in den letzten Tagen noch viele Betriebsbesuche absolvierte, betonte: "Wir als Arbeitnehmerbewegung, die Gewerkschaften, die Sozialdemokratie, wir sind dringender notwendig als je zuvor, in einer Zeit, wo wir uns sorgen müssen, dass man von der Arbeit leben kann. In der Wirtschaftskrise, in der wir die Banken gerettet und den Finanzmärkten auf die Beine geholfen haben, ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Arbeitnehmer anständig behandelt werden." ****

ÖVP-Chef Spindelegger hingegen finde, dass 1.500 Euro für eine Vollzeit-Arbeit zu viel sei; gleichzeitig wolle die ÖVP einen 12-Stunden-Arbeitstag einführen und dass Überstunden nicht bezahlt werden. "Da hat sich diese Partei mit ihren Standpunkten gerade noch rechtzeitig vorgestellt. Sie hat für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Menschen mit kleinem Einkommen nichts übrig", sagte Faymann. Für Menschen, die von 1.200 Euro leben und nicht genug für die Miete haben, müsse man doch mehr tun, und sich nicht sorgen, ob die Milliardäre "ein bissel mehr für die Gesellschaft beitragen". "Unser Land ist so reich und stark und ich hoffe, dass nie jemand Bundeskanzler wird, der die Logik von Lohnkürzungen und Reduktion von Arbeitnehmerrechten vertritt", bekräftigte der Kanzler. Denn: "Löhne runter und Arbeitnehmerrechte reduzieren ist das Motto von neoliberalen Kräften in vielen Ländern Europas."

"Wir wollen die Kinderbetreuung und die Ganztagsschulplätze ausbauen: Jeder zweite soll bis 2020 die Möglichkeit haben, einen Platz in Anspruch zu nehmen. Wenn ich da höre, das sei ein Zwang, dann kann ich nur sagen: Es ist höchste Zeit, dass Österreich, das sonst überall Vorbild ist, den Zwang für die Frauen, zuhause zu bleiben, beendet und für ein ordentliches Angebot sorgt", sagte Faymann. Denn zwölf Stunden zu arbeiten, während die Kindergärten um 12 Uhr zusperren, sei weit weg von der Wirklichkeit und den Sorgen der Menschen, "und deswegen braucht es uns".

Unter Schwarz-Blau wurden Pensionen gekürzt und die Arbeitslosigkeit war mitten in der Hochkonjunktur am höchsten. Die Strache-FPÖ sei nur auf Posten aus, "das haben wir einmal erlebt und das würde sich wiederholen". Faymann betonte: "Wir müssen die Weichen stellen für ein faires, gemeinsames Europa der Zukunft, nicht am Rücken der Arbeitnehmer, sondern mit den Arbeitnehmern, Unternehmern und Sozialpartnern."

Kanzler Faymann sprach allen, den Gewerkschaften, den Bürgermeistern, auch Nicht-Politikern und dem Personenkomitee, seinen Dank für ihren bisherigen Einsatz aus. Die Wahlbewegung könne einer allein nicht führen. "Wer den Weg Österreichs als Land des Respekts unterstützt, den bitte ich, uns bei der Wahl die Stimme zu geben, sodass die Lok in die richtige Richtung fährt. Egal, welche Farbe der zweite oder dritte Waggon hat, die Lok muss rot sein!", appellierte Faymann an Wahlhelfer und Wählerinnen und Wähler. "Diese Wahlentscheidung ist eine Entscheidung, dass das Land nicht nur niemand schlechtreden kann, sondern dass wir dafür sorgen, dass Schwarz-Blau es auch nicht schlechtmachen kann", mahnte Faymann. Die nächsten 48 Stunden seien nicht zu unterschätzen: "Wir wollen die Menschen noch weiter überzeugen, denn wir wollen nicht Umfragesieger sein, sondern Sieger am Wahltag! Wir wollen dafür sorgen, dass das Land in die richtige Richtung geführt wird."

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