Koptisch-Katholischer Patriarch aus Ägypten trifft Bundespräsident Fischer

Treffen mit Bundespräsident Fischer, Soforthilfe der Dreikönigsaktion für die von Ausschreitungen betroffene oberägyptische Diözese Minya

Wien (OTS) - Zum Auftakt seines kurzen Österreich-Besuchs auf Einladung der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar wurde Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak heute mittag von Bundespräsident Heinz Fischer in der Hofburg empfangen.

Patriarch Sidrak informierte Bundespräsident Fischer von den neuesten Entwicklungen in seiner leidgeprüften ägyptischen Heimat und zeigte sich dankbar für die Unterstützung aus Österreich: "Wie unser Land durchlebt auch die Koptisch-Katholische Kirche in Ägypten bewegte Zeiten voll Leid aber auch Hoffnung. Es erfüllt uns mit Zuversicht, dass die Situation der Menschen in Ägypten und speziell für Christinnen und Christen in unserer Heimat hier in Wien auf große Anteilnahme stößt. Der herzliche Empfang durch Bundespräsident Fischer, vor allem aber auch unsere Verbundenheit mit unseren Freunden in Österreich, wie der Dreikönigsaktion, die weit über finanzielle Hilfe hinausgeht geben uns Hoffnung. Patriarch Sidrak unterstreicht die Bedeutung einer neu gewonnenen Identität der Menschen in Ägypten als ein ziviles und demokratisches Land."

Bundespräsident Fischer, der erst heute von der UN-Konferenz aus New York zurückgekehrt ist und dort mit vielen Staatsoberhäuptern aus der arabischen Welt Gespräche geführt hat, brachte seine Sorge in Bezug auf die Situation in Ägypten zum Ausdruck und betonte die Wichtigkeit, gemeinsam an einer friedlichen Lösung zu arbeiten. Gemeinsame Projekte wie die Kooperation wie mit der Dreikönigsaktion sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Versöhnung.

30 Jahre Kooperation mit der Dreikönigsaktion

Bei seinem Besuch bei Bundespräsident Fischer wurde der Patriarch von Mag. Erwin Eder, Geschäftsführer der Dreikönigsaktion begleitet. Das Hilfswerk der Katholischen Kirche verbindet eine besondere Beziehung mit dem Oberhaupt der koptisch-katholischen Kirche. Ibrahim Isaac Sidrak wurde im heurigen Jänner zum Patriarchen gewählt, zuvor war er Bischof von Minya in Oberägypten - einer koptisch-katholischen Diözese, mit der die Dreikönigsaktion seit mehr als 30 Jahren eng zusammenarbeitet. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Bildungsarbeit, Berufsausbildung und dem interreligiösen Dialog.

Nach der ägyptischen Revolution von 2011 wurde die Zusammenarbeit zwischen der koptisch-katholischen Kirche Ägyptens und der Dreikönigsaktion noch vertieft. Bei den gemeinsamen Projekten mit der Diözese streicht Mag. Erwin Eder besonders einen Aspekt hervor: " Wir unterstützen Zentren, in denen Christen und Muslime gemeinsam an der Verbesserung ihrer Lebenssituation arbeiten. Dadurch konnten viele Konflikte gelöst und ein friedliches Miteinander gefördert werden. Die Erfahrung mit den Ausschreitungen im August des heurigen Jahres bestätigen den Erfolg dieser Idee: In den 10 Gemeinden, die durch das Projekt Unterstützung erhielten, gab es keine Ausschreitungen und Zerstörungen diözesaner Einrichtungen oder der Geschäfte von Christen."

Soforthilfeprogramm für Opfer der Ausschreitungen im August

In anderen Bezirken waren christliche Einrichtungen allerdings massiv von den Ausschreitungen im August betroffen, viele kirchliche Einrichtungen wurden zerstört, viele haben ihre Häuser Werkstätten und Geschäftslokale verloren. Die Diözese Minya rechnet nicht mit einer raschen Hilfe seitens der Regierung, sie hat sich daher an ihre langjährigen Partner gewandt, um Sicherungsmaßnahmen der zerstörten Einrichtungen durchführen zu können sowie den vielen betroffenen Familien direkt zu helfen. Die Dreikönigsaktion hat mit einem Soforthilfeprogramm rasche Unterstützung zugesagt.

Am Samstag ist Patriarch Sidrak zunächst Gast von Kardinal Christoph Schönborn, abends reist er nach Salzburg zu einem Treffen mit Erzbischof Alois Kothgasser.

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