Glawischnig: Klimaschutz bei ÖVP in schlechten Händen

Grüne zu Weltklimabericht: Alarmruf zu raschem Handeln

Wien (OTS) - "Die Atmosphäre verhandelt nicht. Wir haben keinen Planeten B. Es braucht daher dringend ein neues, starkes, weltweites Klimaschutzabkommen, um eine Trendwende bei den weltweit immer noch steigenden Treibhausgasemissionen einzuleiten. Sonst drohen gravierende Folgen, die letztlich auch massive wirtschaftliche Schäden nach sich ziehen würden", warnt Eva Glawischnig, Klubobfrau und Spitzenkandidatin der Grünen, anläßlich des heute erscheinenden fünften Weltklimaberichts der UNO.

"Umwelt- und Klimaschutzpolitik sind bei der ÖVP in schlechten Händen, denn Österreich zählt beim Klimaschutz zu den EU-Schlusslichtern. Wir brauchen dringend eine Reform. Ein neues, starkes und selbstbewusstes Umwelt- und Energieministerium kann in Sachen Klimaschutz und Grüne Energiewende viel bewegen. Es geht um nicht weniger als unsere Lebensgrundlagen. Spätestens nach dem hundertjährigen Hochwasser, das in Österreich nun alle zehn Jahre kommt, ist das offensichtlich", betont Glawischnig.

Glawischnig verweist darauf, dass es die österreichische Bundesregierung in den letzten Jahren nicht geschafft hat, Österreichs CO2-Emissionen maßgeblich zu senken. Österreich hat das Klimaschutzziel meilenweit verfehlt. Die CO2-Emissionen liegen um sechs Prozent höher als 1990, statt um 13 Prozent darunter, wie im Kyoto-Ziel festgeschrieben. Das so genannte Klimaschutzgesetz von Bundesminister Berlakovich besteht seit November 2011 und hat noch kein einziges Gramm CO2 eingespart. Hauptgrund: Das Gesetz enthält keine einzige Maßnahme.

"Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind heute schon festzustellen. Zwischen 1961 und 1990 gab es rund zehn Hitzetage (über 30 Grad) im Jahr. Inzwischen sind es meist 20 Tage. Industriestaaten wie Österreich müssen ihre CO2-Emissionen in den nächsten 40 Jahren um 80 bis 90 Prozent reduzieren. Das ist eine enorme Herausforderung. Aber es ist möglich. Dazu braucht es jedoch eine andere, neue Politik. Bis heute scheitert wirkungsvoller Klimaschutz an feigen und kurzsichtigen Regierungen, die Österreich zum EU-Klimaschlusslicht gemacht haben. Kein anderes EU-Land ist von der Erreichung der Klimaschutzziele so weit entfernt wie Österreich", sagt die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner und ergänzt:
"Insbesondere die Schadstoffe aus dem Verkehr sind stark gestiegen. Allein bei Kohlendioxid verzeichnete der Sektor Verkehr seit 1990 eine Emissionszunahme von 60 Prozent. Betrachtet man die Aussagen der anderen Parteien zum Thema Klimaschutz in diesem Wahlkampf, ist die Bilanz ernüchternd. Die Antworten von rot, schwarz, blau und Stronach auf den Klimawandel lauten: Ignorieren, Dementieren, Delegieren, Schwadronieren."

Die Ausgaben für Energieimporte nach Österreich haben sich von 2009 bis 2012 von 9,85 Milliarden auf 17,34 Milliarden deutlich gesteigert. Die Kosten für Erdöl und Erdgas sind schon jetzt für viele Menschen nicht mehr leistbar. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energie und Energiesparmaßnahmen fließen die finanziellen Mittel, die Österreich jährlich für Energieimporte ausgibt dann nicht mehr in die Öl- und Gaskonzerne in Russland oder Saudi-Arabien, sondern in regionale Wertschöpfung.

Brunner meint abschließend: "Der Schlüssel für einen erfolgreichen Klimaschutz ist die Grüne Energiewende, mit dem Ziel, unsere Energieversorgung schrittweise auf 100 Prozent erneuerbare Energie umzustellen. Ja, das geht: Mit fairen, zukunftsorientierten Rahmenbedingungen für die Energie der Zukunft und einer Reduktion des Energieverbrauchs in den kommenden Jahrzehnten um mindestens die Hälfte. Eine vollständige Energieversorgung auf Basis von Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme ist machbar und eine enorme Chance für Österreichs Wirtschaft".

Die Hauptaussagen des Berichts des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) sind in den letzten Tagen schon durchgesickert und zeichnen ein düsteres Bild: Durch den menschengemachten Klimawandel drohen verheerende Folgen. Daran bestünden keine wissenschaftlichen Zweifel. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Temperaturanstieg um mehr als zwei Grad nicht mehr beherrschbar ist und scherwiegende Folgen hätte.

Das IPCC hat vier aktuelle Szenarien zur Erderwärmung bis zum Jahr 2100 errechnet. Nur ein Szenario kommt zu dem Ergebnis, dass die Erderwärmung unterhalb der von Wissenschaftlern als kritisch betrachteten Zwei-Grad-Marke bleibt. Das verhängnisvollste IPCC-Szenario kommt auf einen durchschnittlichen Temperaturanstieg zwischen 2,6 und 4,8 Grad, im Mittel also 3,7 Grad. Die Durchschnittstemperatur ist im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bereits um ca. 0,8 Grad angestiegen, sagen die Klimaforscher.

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