GLOBAL 2000: Neuer Weltklimabericht muss Weckruf für die Menschheit sein!

Auch Österreich soll seine Kohlekraftwerke als Beitrag zur Vermeidung einer drohenden Klimakrise abschalten.

Wien (OTS) - Der heute präsentierte erste Teil des fünften IPCC-Berichts (Klimabericht des Weltklimarats) stellt für die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ein Weckruf für die ganze Menschheit dar: "Alle müssen jetzt zusammenarbeiten, damit wir nicht in die schlimmste Krise seit Beginn der menschlichen Zivilisation stürzen", appelliert Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000. "Bis jetzt war Klimawandel im Wahlkampf trotz Jahrhunderthochwasser und Dürre kaum ein Thema, die zukünftige Regierung muss sich dem Problem aber dringend stellen!"

Nach dem Bericht ist jetzt eindeutig klar, dass der Mensch verantwortlich für den Klimawandel ist - das steht mit 95%iger Sicherheit fest. Dazu droht, dass die Schwelle zu unkontrollierbarem Klimawandel überschritten wird, ab der sich die Menschheit nicht mehr an die Folgen anpassen kann. Extremwetterereignisse, Überschwemmungen und Dürren würden dann Millionen Menschen zu Flüchtlingen machen. Hungersnöte und Wasserknappheit Konflikte anheizen, ganze Staaten und Küstenmetropolen dem Meeresspiegelanstieg zum Opfer fallen. "Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist. Noch liegt es in unserer Hand, das Blatt zu wenden und das Schlimmste zu verhindern. Wir dürfen unseren Kindern keine Welt hinterlassen, in der ein lebensfeindliches Klima all ihre Zukunftschancen zunichte macht. Auch Österreich muss seinen fairen Beitrag leisten und vom Klimaschlusslicht in der EU zu einem Vorreiter werden", betont Wahlmüller.

Laut GLOBAL 2000 ist dazu vor allem ein weltweiter Ausstieg aus der Kohleverstromung notwendig, die für etwa 45 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist und mit einem Anstieg von vier bis fünf Prozent pro Jahr schneller wächst als erneuerbare Energie. "Österreich soll in einem ersten Schritt einen Ausstiegsplan innerhalb der nächsten fünf Jahre aus den verbliebenen Kohlekraftwerken vorlegen", sagt Wahlmüller. Das betrifft vor allem die Kohlekraftwerke in Mellach (Verbund) und Dürnrohr (Verbund, EVN), die zusammen rund vier Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen (Stand Emissionen 2011).

"Die Klimapolitik in Österreich war bisher eine Politik des Zögerns, des Zauderns und der Strafzahlungen - das muss sich ändern", fordert Wahlmüller. Noch im Herbst soll die künftige Bundesregierung eine integrierte und umfassende Strategie vorlegen, die in den Bereichen Gebäudesanierung, nachhaltiger Mobilität, des Ausbaus erneuerbarer Energie und einer umfassenden ökologischen Steuerreform die Richtung klar vorgibt. Das Klimaschutzgesetz soll zum zentralen gesetzlichen Angelpunkt der Umsetzung der Strategie ausgebaut werden. "Die künftige Regierung muss sicherstellen, dass Österreich seinen fairen Beitrag zur Vermeidung einer drohenden Klimakrise leistet."

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