bauMax auf dem Weg der Besserung

2012 "annus horribilis", 2013 besser, Sanierungsprogramm greift.

Klosterneuburg (OTS) - Trotz schwieriger Marktbedingungen -Optimismus für den Turnaround.

Die Baumarktbranche kämpft europaweit um eine Konjunkturbelebung. Insbesondere in den CEE-Staaten bewirkt die gesunkene Kaufkraft eine angespannte Marktsituation. Davon ist der Marktführer bauMax nicht ausgenommen.

So lag der Umsatz der bauMax-Gruppe im vergangenen Jahr 2012 mit netto 1,20 Milliarden Euro um 3,9% unter dem des Vorjahres (1,25 Milliarden). Das operative EBITDA der bauMax-Gruppe blieb zwar 2012 mit rund 4 Millionen Euro positiv, sank aber gegenüber 2011 (31 Millionen) ab. Auch das operative Jahresergebnis der bauMax-Gruppe konnte mit minus 79 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (minus 61 Millionen) nicht verbessert werden. Banken nennen so ein schwarzes Jahr "annus horribilis" und nutzen dies, um sämtliche, sonst noch mögliche, außerplanmäßige Abschreibungen am Beginn einer Restrukturierung in der Bilanz darzustellen. Das machte auch bauMax und nutzte das Optimum an Abschreibungsmöglichkeiten, was jedoch -bilanzmäßig - das Gruppenergebnis des Jahres 2012 EINMALIG mit zusätzlichen 47 Millionen Euro belastete. Somit summiert sich das Ergebnis im Jahr 2012 inklusive Einmaleffekte auf einen Gesamtverlust in der bauMax-Gruppe von 126 Millionen Euro. Positiv hat sich die Bruttomarge entwickelt: Sie verbesserte sich von 36,0% (2011) auf 38,1% im Jahr 2012. Die Eigenkapitalquote der bauMax-Gruppe sank von rund 20% (2011) auf rund 11% im Jahr 2012. Die Bankverschuldung betrug im Handelsbereich, das heißt im Baumarktgeschäft, 284 Millionen Euro (2011: 313 Millionen) und im Immobilienbereich, das heißt Immobilienkredite, 285 Millionen Euro (2011: 232 Millionen).

Das Ergebnis des Teilunternehmens bauMax AG weist das Österreichgeschäft operativ mit einem positiven EBITDA von rund 28 Millionen Euro aus. Das Bilanzergebnis der bauMax AG 2012 beträgt aufgrund von Abschreibungen der Beteiligungen in CEE-Ländern im Gesamtausmaß von 241 Millionen Euro und unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages minus 185,9 Millionen Euro. Das Ergebnis der bauMax AG ist im Gruppenergebnis inkludiert.

Restrukturierungsprogramm greift

Im Dezember 2012 wurde vom bauMax-Vorstand ein umfassendes Restrukturierungs-programm eingeleitet, das zum Ziel hat, bis 2015 eine nachhaltige Ergebnisverbesserung von rund 90 Millionen Euro zu erzielen. Damit würde bauMax wieder - wie in der Vergangenheit gewohnt - zu den Führenden der Branche aufschließen. Besonders positiv ist zu vermerken, dass die Banken unisono bei dem Restrukturierungsprogramm mitziehen und sowohl in einer Stand-Still-Vereinbarung, als auch mit einer Finanzierungszusage bis 2015 das Unternehmen unterstützen, aus eigener Kraft den Turnaround zu schaffen.

Dazu der CEO KR Martin Essl: "Das Commitment der Banken Ende 2012 war für uns ein großer Vertrauensbeweis in die Marke bauMax und in die Zukunft des Unternehmens. Schließlich geht es um rund 10.000 Arbeitsplätze und um eines der österreichischen Paradeunternehmen. Damit haben sich unsere Banken als echte Partner erwiesen und die Basis für eine positive Zukunft von bauMax gelegt."

Neben einem bereits angelaufenen, straffen Kosteneinsparungsprogramm leitete bauMax viele Maßnahmen ein, um Sortiment und Standorte weiter zu optimieren. Dabei werden elektronische Vertriebskanäle (online business ) extrem verstärkt und unrentable Märkte geschlossen: So wurden bereits ein kleiner Markt in Prag und ein Standort in Bratislava geschlossen. Bis Jahresende 2013 wird das auch mit den Filialen Ljubljana und Wolfsberg geschehen. Andererseits gab es im gleichen Jahr auch Neueröffnungen, wie in Prag (hier folgte ein wesentlich größerer, moderner Markt dem unrentablen, kleineren Geschäft nach), Sofia (Bulgarien) und Eskisehir (Türkei).

"2013 war bisher ein extrem schwieriges Jahr für die gesamte Baumarktbranche in Europa", sagt CEO KR Martin Essl. "Ungewöhnlich kaltes Wetter bis in den Mai hinein sowie Regen und Überschwemmungen haben die sonst sehr lukrative Gartensaison buchstäblich ins Wasser fallen lassen. Darauf folgten ein ungewöhnlich heißer Sommer und die allgemeine Investitions-zurückhaltung bei den Verbrauchern. Trotzdem rechnen wir durch unsere eingeleiteten Maßnahmen mit einem deutlich besseren Ergebnis bis Jahresende. Sollte der Herbst so stark werden, wie wir das erwarten, werden wir heuer ein zweistelliges EBITDA erreichen können", gibt sich KR Martin Essl optimistisch.

Eigentümerfamilie investierte viel und verstärkte das Management

Mit der Einbringung des Immobilienbereichs zu einem Wert von rund 600 Millionen Euro und weiteren liquiden Mitteln von 52 Millionen Euro setzte die Eigentümerfamilie Essl 2012 ein sehr starkes Bekenntnis zur Zukunft des Unternehmens.

"Wir haben auch das Management massiv verstärkt", sagt KR Martin Essl. "Mit Michael Hürter als COO wurde einer der besten Restrukturierungsmanager in Europa an die Spitze des Erneuerungsprozesses von bauMax gesetzt. Mit 1. Oktober gibt es mit Mag. Marcus Pechlaner auch einen neuen CFO, der ebenfalls über eine langjährige Restrukturierungs-erfahrung verfügt und zur Elite im Finanzmanagement zählt", freut sich KR Martin Essl.

CEO, KR Martin Essl: "Wir schaffen das!"

CEO KR Martin Essl: "Ja, wir befinden uns ohne Zweifel in einer schwierigen Situation. Die Rahmenbedingungen in Ländern wie Rumänien, Kroatien und Slowenien erleichtern uns nicht gerade das Fortkommen in diesen Märkten. Da ist es nur ein schwacher Trost, wenn auch andere österreichische Investoren wie Banken oder Versicherungen in diesen Ländern ihre liebe Not haben", resümiert Martin Essl. "Wir glauben jedoch fest an ein wirtschaftliches Wiedererstarken der CEE-Region und der damit verbundenen Kaufkraft und Investitionsbereitschaft. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass dies in den nächsten 2 bis 3 Jahren bereits passieren könnte. Wir werden die Restrukturierung schaffen, davon bin ich überzeugt, weil wir jede Schraube im Unternehmen dreimal umdrehen, genauso wie jeden Euro auf der Kostenseite. Wir haben eine der stärksten Marken im weltweiten Do-it-yourself-Markt, wir sind in den meisten Ländern Marktführer und haben unglaublich engagierte und bestens ausgebildete MitarbeiterInnen, die seit vielen Jahren dabei sind und - ebenso wie wir - an die Zukunft von bauMax glauben", sagt KR Martin Essl.

bauMax ist mit 160 Märkten in neun Ländern vertreten. Der Aktionsradius reicht dabei von Österreich bis in die Türkei. Im zentral- und südosteuropäischen Raum ist bauMax Markt-führer in der Baumarktbranche mit einem Bekanntheitsgrad von 90%. Pro Jahr werden in allen Märkten rund 50 Mio. Kunden bedient.

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