Kollektivvertragsverhandlungen Filmschaffende unterbrochen

Drohende Einsparungen beim ORF verhindern Einigung der Kollektivvertragsparteien

Wien (OTS/PWK673) - Die erste Runde der Lohnverhandlungen für den KV für Filmschaffende zwischen dem Fachverband der Film- u. Musikindustrie und der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten-Kunst, Medien, Sport, freie Berufe, gestern Donnerstag, wurde nach Überreichung der Vorschläge und Darstellung der prekären wirtschaftlichen Situation der österreichischen Filmwirtschaft unterbrochen und ein allfälliger Abschluss auf eine zweite Verhandlungsrunde im November 2013 vertagt.

Die Arbeitgeberseite hat darauf hingewiesen, dass speziell die Situation des ORF mit den zu erwartenden Einsparungen und budgetären Kürzungen die Unternehmen der Filmwirtschaft existenziell gefährdet und der bisherige Mangel an konstruktiven politischen Lösungsvorschlägen ein Angebot der Arbeitgeber nach den Grundsätzen der ökonomischen Vernunft per se ausschließe. Das realistisch prognostizierte Minus von mindestens 1/3 der bisherigen ORF-Ausgaben für unabhängige Filmproduktionen hat unmittelbare fatale Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der davon betroffenen Filmwirtschaftsunternehmen und damit auch Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation. Die derzeitigen Kultur- und medienpolitischen Aussagen der Politik lassen mehrheitlich nicht darauf schließen, dass kurzfristig eine Lösung der für die österreichische Kino- und Fernsehfilmlandschaft drängenden Probleme vor allem in Bezug auf die Situation des öffentlichen Rundfunks gefunden wird.
Trotzdem hat die Arbeitgeberseite im Hinblick auf das faire Verhandlungsklima der letzten Jahre eine Erhöhung von 1,5 % auf die Mindestgagensätze angeboten.

Die Arbeitnehmerseite betont, dass trotz des gemeinsamen Bewusstseins der wirtschaftlichen Probleme der Filmwirtschaft ein Abschluss unter dem derzeitigen Verbraucherpreisindex nicht vorstellbar sei.

Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sind im Hinblick auf die divergierenden Vorschläge zu der Auffassung gekommen, die Verhandlungen zu unterbrechen und noch im Laufe dieses Jahres in der Hoffnung weiter zu führen, dass bis dahin die künftige Regierung im Interesse der Arbeitsplatzsicherung Problembewusstsein und-Lösungskapazität zeigen wird.

Die österreichische Filmwirtschaft hat zusammen mit Arbeitnehmer-und Filmschaffenden Verbänden mehrfach Lösungsvorschläge präsentiert*, die sowohl die Unternehmen der Kino- und FernsehfilmproduzentInnen als auch deren ArbeitnehmerInnen aus der Geiselhaft der ORF-Problematik befreien könnten. (us)

* am 23.9 bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zweier Produzentenverbände und des Regieverbandes und im Juni in einer gemeinsamen Pressekonferenz des ÖGB zusammen mit den Filmproduzentenverbänden und dem Verband der Filmschaffenden

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