Der Igel als PFOTENHILFE-Tier des Monats Oktober

Was man alles im Umgang mit dem Wildtier "Igel" wissen muss

Wien (OTS) - Der Verein PFOTENHILFE hat den Igel als Tier des Monats Oktober auserkoren, da man zu dieser Jahreszeit besonders viele Igel in der Natur beobachten kann, die noch vor dem Winterschlaf nach Unterschlupf und Nahrung suchen. Der Winterschlaf bei Igeln dauert im Normalfall etwa von Anfang November bis März. Um ein halbes Jahr ohne Futter auszukommen, helfen die angefressenen Fettreserven. Außerdem werden die Körperfunktionen stark reduziert. "Wiegt ein Igel über 700 Gramm, ist das Überleben normalerweise gesichert." erklärt Anna Schremser, Sprecherin des Vereins Pfotenhilfe.

Sind die Igel also gesund und kräftig, wie es idealerweise der Fall ist, ist es für sie kein Problem, den Winter unbeschadet zu überleben. Befinden sich die nachtaktiven Tiere jedoch offensichtlich in Not, aufgrund von Verletzungen oder Krankheit - solche Tiere sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen - sollten sie in menschliche Obhut genommen werden. Doch hier rät der Verein Pfotenhilfe, die Tiere besser in die fachlichen Hände, beispielsweise einer Igelpflegestation, zu geben: "Bevor Sie voreilig Igel mitnehmen, rufen Sie bitte in Ihrer nächst gelegenen Wildtierauffangstation oder bei uns in der Pfotenhilfe in Lochen an. Viele unterschätzen nämlich, dass der Aufwand, den so ein kleiner Igel mit sich bringt, punkto Pflege und Aufzucht viel Sachverstand erfordert und sehr zeitraubend ist." rät Schremser.

Sollten Sie sich dennoch entschließen, den Igel selbst durch den Winter zu bringen, muss man einiges beachten: Der Igel sollte in einem kühlen Raum untergebracht werden, der Keller wäre optimal. Notwendig ist dann ein Gehege von etwa 2m2 inklusive eines Häuschens, das mit Zeitungspapier ausgelegt und täglich gereinigt werden sollte. Um ihm sein vorübergehendes Zuhause möglichst naturnah nachzustellen, empfiehlt es sich Heu und Laub einzustreuen, da sich Igel gern darin verkriechen. Für die Ernährung eignet sich spezielles Igeltrockenfutter und auch Katzenfutter. Milch, Obst und Gemüse darf keinesfalls am Speiseplan stehen! Das verträgt der Igel nämlich nicht und bekommt davon Durchfall.

Bei lediglich schwachen Tieren ist es ratsam, sie nicht aus ihrer natürlichen, gewohnten Umgebung zu entreißen. "Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich. Wir empfehlen die Einrichtung einer Futterstelle in geschützter Lage, außerdem sollten Laub- oder Komposthaufen im Garten belassen werden. Sie bieten den Igeln Schutz vor Wind und Wetter", so Schremser. "Bei Fragen können Sie aber gerne jederzeit in der Pfotenhilfe unter 0664/5415079 anrufen. Die erfahrenen Pfleger geben Ihnen gerne wertvolle Tipps für die weitere Betreuung."

In der Pfotenhilfe haben sich in den letzten Tagen bereits acht Igel eingefunden, die dort den Winter über bleiben, da deren Mütter leider Opfer von Verkehrsunfällen wurden. "Wie im vergangen Jahr, ist es auch heuer wieder jederzeit möglich die stacheligen Fundtiere aus dem Bezirk Braunau in die Pfotenhilfe zu bringen. Jeder einzelne liegt uns am Herzen." so Schremser.

Der Igel gilt nämlich leider bereits in vielen europäischen Ländern als eine vom Aussterben bedrohte Tierart und steht deshalb unter Naturschutz. Sein natürlicher Lebensraum ist auf Grund der modernen Land- und Forstwirtschaft bedauerlicherweise weitgehend zerstört. Zudem mangelt es auch an geeigneten Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten, sowie an Nahrung, die wegen Gift und Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt praktisch nicht ausreichend vorhanden ist. "Dabei sind es gerade die Igel, die sehr nützlich gegen Schädlinge im Garten sind. Sollten Sie also einen oder mehrere Igel im Garten haben, dann lassen Sie doch bitte Laubhaufen oder einfach den Komposthaufen über den Winter stehen und ermöglichen Sie den Tieren Zugang dorthin, um ihnen dadurch für die bevorstehende Winterruhe ein Quartier anzubieten." ruft Schremser abschließend auf.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Anna Schremser
Sprecherin Verein PFOTENHILFE
anna.schremser@pfotenhilfe.org
Tel.: 0664/848 5577
www.pfotenhilfe.org

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