ÖGB-Oberhauser: Beste Ausbildung, gute Jobs und faire Einkommen sichern Standort

ÖGB zu EU-Wettbewerbsbericht: Sozialstaat und starke Gewerkschaften wesentlich

Wien (OTS/ÖGB) - "Österreich steht was die Wettbewerbsfähigkeit betrifft gut da, hat aber auch noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen", sagt ÖGB-Vizepräsidentin Dr.in Sabine Oberhauser anlässlich des heute präsentierten Berichts der EU-Kommission. "Gute Arbeitsbedingungen, faire Einkommen, ein starker Sozialstaat und nicht zuletzt starke Gewerkschaften sind wesentliche Elemente, die zu guten Wirtschaftsdaten und hoher Wettbewerbsfähigkeit beitragen."

Die ÖGB-Vizepräsidentin begrüßte die von EU-Industriekommissar Antonio Tajani für Herbst angekündigte Industrie-Initiative: "Wir brauchen in der EU starke Impulse für mehr Beschäftigung und höheres Wachstum, eine Initiative im Bereich der Industrie kann beides erreichen." Dabei müsse der Schwerpunkt allerdings auf bestens ausgebildeten Fachkräften und hochwertigen Arbeitsplätze mit fairen Einkommen liegen. "Mit chinesischen Arbeitsbedingungen können und wollen wir nicht mithalten, wir müssen mit Qualität punkten, und da gehören die Arbeitsbedingungen dazu."

Der ÖGB teilt die Befürchtung der Kommission, dass fehlende Fachkräfte in Zukunft ein Risiko sein könnten. "Wir müssen mehr Fachkräfte ausbilden, in den Betrieben, im schulischen Bereich, an den Universitäten und Fachhochschulen, dann können wir in Europa und international mithalten." Auch dass Qualifikationen von ZuwanderInnen in Österreich formell nicht oder nur unter schwierigen Bedingungen anerkannt würden, sei kontraproduktiv. "Wir haben so viele bestens ausgebildete Menschen im Land, die weit unter ihrer Qualifikation arbeiten. Das ist erstens menschlich nicht in Ordnung, zweitens auch wirtschaftlich völlig unsinnig", so Oberhauser.

Die Kommission befand in ihrem Bericht weiters, dass die frühe Selektion im Schulsystem dazu beitragen würde, dass Arbeitskräfte in Österreich unzureichend genützt würden. Oberhauser: "Diesen Befund teilen wir, um die Talente, Fähigkeiten und Begabungen junger Menschen zu entdecken ist das Alter von zehn Jahren viel zu früh."

Rückfragen & Kontakt:

Nani Kauer, MA
ÖGB-Kommunikation
Tel.: (01) 53 444 39261
Mobil: 0664 6145 915
E-Mail: nani.kauer@oegb.at
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002