ÖAMTC: 2013 bereits acht Kinder im Straßenverkehr getötet - Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer oberstes Gebot

Sportgeräte verschärfen Unberechenbarkeit kindlichen Verhaltens

Wien (OTS) - Der tragische Unfall vom gestrigen Tag, bei dem ein dreijähriger Bub auf einem Laufrad vom Lenker eines Kastenwagens übersehen wurde, führt abermals vor Augen, welch große Bedeutung ein höchst rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer hat. Im heurigen Jahr verstarben bereits acht Kinder im Alter zwischen drei und 14 Jahren aufgrund von Unfällen im Straßenverkehr - drei davon waren als Fußgänger unterwegs, zwei Kinder saßen im Auto, ein 12-Jähriger fuhr selbst ein Kleinmotorrad, ein anderer wiederum war Mopedmitfahrer. Der Bub auf dem Laufrad war das achte Todesopfer (Quelle: BMI). Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2012 kamen acht Kinder auf Österreichs Straßen ums Leben. ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger klärt auf, welche Aspekte bei (Klein-) Kindern im Verkehrsgeschehen zu beachten sind und welches Risiko Spiel- und Sportgeräte darstellen.

Gefahrenbewusstsein muss erst erlernt werden - Sportgeräte erfordern Multitasking

Kinder, besonders im Kleinkindalter, sind in ihrem Verhalten unberechenbar und leicht ablenkbar. "Ihr Gefahrenbewusstsein muss sich erst entwickeln. Eltern sind an dieser Stelle gefordert, diesen Lernprozess bei ihren Schützlingen mit Geduld zu begleiten und ihnen altersgerecht die wichtigsten Regeln zu vermitteln", so der eindringliche Rat von ÖAMTC-Expertin Seidenberger. Neben und auf Straßen empfiehlt sie außerdem, kleine Kinder unbedingt an die Hand zu nehmen. Sämtliche Sport- und Spielgeräte zur Fortbewegung empfinden Kinder oftmals als reines Spielzeug und überfordern die nötige Aufmerksamkeit des Nachwuchses für den Straßenverkehr. Gerät beherrschen, schauen, Spur halten, rechtzeitig bremsen können -dieses Multitasking benötigt Übung. "Beginnen sollte man in verkehrsgeschützten Bereichen wie Parks und Höfen und dann langsam die Anforderungen und die Dosis des Miteinanders steigern", meint die Verkehrspsychologin. Doch auch nach genügend Training ist die Begleitung der Erwachsenen von Nöten - die Herausforderungen des Straßenverkehrs machen eine ständige Aufsicht und Aufmerksamkeit unverzichtbar.

Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen und Gefahrenquelle toter Winkel

"Lenker müssen sich darauf einstellen, dass Kinder unberechenbare Partner im Straßenverkehr sind - man kann von ihnen nicht erwarten, dass sie sich ausnahmslos verkehrsgerecht verhalten", weist ÖAMTC-Expertin Seidenberger darauf hin, dass Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind.
Zudem werden sie aufgrund ihrer geringen Körpergröße, ihrer Schnelligkeit und Spontanität im Verkehrsgeschehen schlecht wahrgenommen. Der Bereich des toten Winkels stellt diesbezüglich einen weiteren Gefahrenfaktor dar. Kinder und oft auch Erwachsene können diesen nur schlecht abschätzen. Kfz-Lenker sind daher angehalten, verstärkt Acht zu geben, das Tempo zu reduzieren und Abstand zu wahren - besonders in der Nähe von Schulen und Kindergärten sowie vor Freizeiteinrichtungen wie Sportplätzen. "Bei Ein- und Ausfahrten sind die Sichtbedingungen meist schlecht - hier muss man sich vorsichtig herantasten und insbesondere den Fußgängerbereich beobachten", so die abschließende Empfehlung der Verkehrspsychologin.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Kommunikation
Marlen Born
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
kommunikation@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0002