LR Ragger: Offener Brief an Landeshauptmann Peter Kaiser

Offener Brief zur Gesundheitsreform

Klagenfurt (OTS) - Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, lieber Peter!

Sag den Kärntnern die Wahrheit!

Aus Sorge darüber, dass die Gesundheitsreform für die Kärntner Bevölkerung massive negative Folgen haben wird, schicke ich Dir diesen offenen Brief. Sag den Kärntnern die Wahrheit! Sag Ihnen, was auf Seite 57 des Bundeszielsteuerungsvertrages, den Du gestern unterfertigt hast, steht!

Allein heuer sollten wir in den Kärntner Krankenhäusern die Ausgaben um 18,2 Millionen Euro kürzen. Sag den Kärntnern, was dies bedeuten kann.

  • 120 Ärzte (von 1.100) weniger, obwohl Kärnten österreichweit bereits jetzt die wenigsten Spitalsärzte hat.
  • 250 (von 2.200) Pflegekräfte weniger, obwohl Kärnten österreichweit an vorletzter Stelle liegt.
  • Schließung des KH Friesach und des Elisabethinenspitals. Die brauchen jährlich knapp 20 Millionen Euro vom Land;
  • oder Sperre des KH Spittal, das jährlich rund 15 Millionen Euro vom Land braucht.

Sag den Kärntner, dass die Spitäler u.a. bei Medikamenten, vor allem den teuren für Krebspatienten (Zytostatika) sparen müssen. Lege offen, dass die Ausgaben für die Spitäler im nächsten Jahr sogar um 23,54 Millionen Euro zu kürzen sind; dass bis 2016 ein gesamtes Jahresbudget des LKH Villach eingespart werden soll!

Gib auch zu, dass Du auch Strafzahlungen nach Wien akzeptiert hast, wenn die Sparziele nicht erreicht werden. Du hast vor der Landtagswahl Transparenz und Offenheit versprochen. Warum versuchen Du, LHStv. Beate Prettner und LHStv. Dr. Gabriele Schaunig-Kanduth diese bittere Pille für die Kärntner mit "schönen Sprüchen" zu versüßen. Wollt Ihr die Wahrheit noch vor der Wahl verbergen? Der Schock kommt ja trotzdem. Deine Unterschrift unter dem Zielsteuerungsvertrag ist gemacht.

Ich lehne eine Reform nicht ab. Aber machen wir sie richtig! Erarbeiten wir zuerst die notwendigen Maßnahmen mit den Betroffenen und beziffern dann die Sparziele. Du und Deine Koalitionäre machen es leider umgekehrt. Ihr wollt diese Wahrheit bis zur Wahl verbergen. Schade, dass Ihr mit der Vergesslichkeit der Wähler spekuliert. Das ist kein neuer Stil der Politik. Sagt lieber die Wahrheit! Sie ist zumutbar, meine ich als Dein Kollege in der Landesregierung.

In der Hoffnung, keine Fehlbitte gemacht zu haben, verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen

Landesrat Mag. Christian Ragger

Rückfragen & Kontakt:

Büro LR Mag. Christian Ragger

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FLK0002