KMU durch Europäisches Chemikalienrecht stark belastet

WKÖ und UEAPME: REACH geht zu Lasten des Mittelstandes

Wien (OTS/PWK668) - Das Europäische Parlament zeigt Verständnis für die schwierige Situation des Klein- und Mittelstandes durch die Chemikalienverordnung REACH. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und UEAPME, der Europäische KMU Dachverband, weisen eindringlich auf die unausgewogene Belastung durch REACH zu Lasten des Klein- und Mittelstandes hin.

Anlässlich einer Debatte im Europäischen Parlament, an der Parlamentarier, Vertreter der Europäischen Kommission und aus KMU-Verbänden teilnahmen, zeichnete sich klar ab, dass die Europäische Chemikalienverordnung REACH für KMU nur unter großem Aufwand bzw. oft gar nicht umsetzbar ist. Der Chemikalienrechtsexperte der WKÖ, Marko Susnik, hob hervor, dass der Umfang von REACH für ein klassisches mittelständisches Unternehmen einfach zu groß ist. "Vieles geschieht parallel, zig Fristen sind zu beachten. In großen Konzernen sind damit ganze Abteilungen befasst, ein KMU kann sich das jedoch nicht leisten und ist mit diesem Aufwand überfordert", so Susnik.

Kosten für KMU überproportional hoch
Als besonders besorgniserregend wurden aktuelle Ergebnisse einer Umfrage der Europäischen Kommission gesehen, die REACH klar als die komplexeste Europäische Gesetzgebung beurteilen. Guido Lena, zuständiger Direktor der UEAPME: "Für viele unserer Mitglieder ist REACH ein Schreckgespenst, sie haben einfach nicht die Ressourcen, um sich damit zu beschäftigen und die Prozesse zu verstehen." Er berief sich auf die Ergebnisse der heuer veröffentlichten Überprüfung der REACH Verordnung, die eindeutig attestiert, dass die anfallenden Kosten für KMU überproportional hoch sind.

Vereinfachungen statt Verschärfungen
In der Diskussion wurde ebenfalls darauf hingewiesen und mit Zahlen untermauert, dass REACH aber auch solche KMU benachteiligt, die sich der Herausforderung stellen. Viele Instrumente unter REACH sind einfach nicht KMU-tauglich oder werden gar in manchen Fällen von größeren Mitbewerbern zur Marktverdrängung mißbraucht", hielt Susnik fest und forderte, dass man im Chemikalienrecht endlich auch an Vereinfachungen denken sollte und nicht immer nur an zusätzliche Verschärfungen wie etwa im Bereich der Nanomaterialien. "Wir haben jetzt ein System, dass unheimlich viele Informationen zum sicheren Umgang von Chemikalien liefert. Wir sollten jetzt diese Informationen gründlich auswerten und erst dann über weitere Erschwernisse diskutieren", so Susnik.

Ausführlich wurde über Möglichkeiten einer Verbesserung der Situation für KMU diskutiert und inbesondere darüber, was das Europäische Parlament dazu beitragen könnte. Hierzu unterstrichen Guido Lena und Marko Susnik die bestehenden Forderungen beider Institutionen, die unter
http://www.ueapme.com/IMG/pdf/UEAPME_Position_Paper_on_the_REACH_Revi
ew.pdf
bzw.
http://wko.at/up/enet/stellung/REACH-Review_pospapierundstell.pdf
abrufbar sind.

Passend dazu lädt die WKÖ am 10. Oktober 2013 zur Tagung "Chemie im Jahr 2013" ein. Mehr dazu:
http://portal.wko.at/wk/dok_detail_file.wk?angid=1&docid=2176852&coni
d=719450

(PM)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
DI Dr. Markus Susnik
Tel.: Tel.: 05 90 900 4393
marko.susnik@wko.at

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