Erstmals fordert breites Jugendbündnis kostenlose Verhütungsmittel

Wien (OTS) - Österreich ist europaweiter Spitzenreiter bei Schwangerschaftsabbrüchen und eines der wenigen Länder in Westeuropa, wo Verhütungsmittel nicht auf Krankenschein zu bekommen sind. Das muss sich jetzt ändern, denn "wirksame Verhütung darf keine Frage des Einkommens sein", fordert der Gynäkologe Dr.Christian Fiala vom Gynmed Ambulatorium. "Verhütungsmittel auf Krankenschein", das fordert nun erstmals auch ein breites und parteiübergreifendes Jungendbündnis aus Jungen Grünen, der Sozialistischen Jugend und sowie der Bundesjugendvertretung (=Interessenvertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich, mit 52 Mitgliedsorganisationen) kurz vor den Nationalratswahlen.

ÖsterreicherInnen möchten wirksam und kostengünstig verhüten

Fälle wie jener der Wiener Abtreibungsärztin, die nun mit Berufsverbot belegt wurde, weil sie zahlreiche Frauen schwer verletzt hat zeigen: Schwangerschaftsabbruch und Verhütung müssen staatliche Leistungen sein. In Westeuropa ist es selbstverständlicher Standard, dass Verhütungsmittel von den Krankenkassen bezahlt werden, zumindest für Frauen mit niedrigem Einkommen und für Jugendliche. Auch der "Österreichische Verhütungsreport 2012" offenbart, dass die Kostenfrage das Verhütungsverhalten beeinflusst: Im Fall einer Kostenübernahme würden 50% aller Befragten auf ein anderes und wirksameres Verhütungsmittel wechseln.

Jugend ist sich einig

Erstmals fordert nun ein breites Bündnis österreichischer Jungendorganisationen Verhütungsmittel auf Krankenschein. Marina Hanke, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien, möchte die Abgabe von Verhütungsmitteln in Schulen und Familienberatungsstellen:
"Besonders jungen Menschen muss es ermöglicht werden, selbstbestimmt mit ihrem Körper umzugehen! Die politisch Verantwortlichen sind hier schon lange gefordert, der Realität ins Auge zu blicken: Jugendliche leben Sexualität und haben ein Recht auf Sicherheit." Und Laura Schoch, Vorsitzende der überparteilichen Bundesjugendvertretung, der etwa auch die Katholische Jugend angehört, fordert einen zeitgemäßen Aufklärungsunterricht in Schulen, "um Mädchen zu vermitteln, dass sie über ihre Sexualität bestimmen können und Burschen, dass sie schon früh lernen, Mädchen und Frauen zu respektieren - der Fokus muss auf einer gleichberechtigten Sexualität liegen." Diana Witzani, Bundessprecherin der Jungen Grünen bekräftigt: "Die hohe Zahl ungewollter Schwangerschaften in Österreich zeigt, dass noch viel bessere Aufklärungsarbeit geleistet werden muss und gerade junge Menschen einen leichten Zugang zu passender Verhütung erhalten müssen. Verhütungsmittel müssen besonders für junge Menschen frei zugänglich sein."

Der Weltverhütungstag

Der Weltverhütungstag am 26. September ist eine internationale Initiative und macht auf die vielen Millionen ungewollten Schwangerschaften aufmerksam. Vor allem schärft er das Bewusstsein für Sexualaufklärung und Verhütung ungewollter Schwangerschaften. Der Weltverhütungstag wird daher gemeinsam von elf internationalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sowie wissenschaftlichen und medizinischen Organisationen unterstützt, die sich dem Schutz der sexuellen und reproduktiven Gesundheit verschrieben haben.

www.jugendvertretung.at, www.junge-gruene.at, www.sj-wien.at, www.muvs.org, www.gynmed.at

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