Leichtfried: Liberalisierung der Eisenbahn führt zu mangelnder Sicherheit für Bahnkunden und Personal

Klage der vida gegen Deutsche Bahn zu begrüßen

Wien (OTS/SK) - "In Europa wird derzeit die Eisenbahnliberalisierung vorangetrieben. Das sogenannte 4. Eisenbahnpaket, das derzeit in Verhandlung steht, geht eindeutig in die falsche Richtung. Erfolgreiche öffentliche Unternehmen werden unter Druck gesetzt, die Liberalisierung des Bahnverkehrs geht vor allem zulasten der Fahrgäste und der Mitarbeiter", so der Delegationsleiter der SPÖ-EU-Abgeordneten, Jörg Leichtfried am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Wohin die Reise geht, wenn sich der Wettbewerb verschärft und nur mehr der Profitgedanke vorherrscht, hat man diesen Sommer eindrücklich am Beispiel der Deutschen Bahn sehen können. Zu wenig Personal hat anscheinend dazu geführt, dass tagelang Züge ausgefallen sind und jene Mitarbeiter, die im Dienst waren, mussten in großem Ausmaß Mehrarbeit leisten." ****

Der EU-Abgeordnete, Mitglied im Verkehrsausschuss, verweist darauf, dass diese Mehrarbeit zu Übermüdung führen könne und damit auch die Sicherheit der Passagiere gefährdet sei. "Fahrdienstleiter müssen dafür sorgen, dass der Zugsverkehr reibungslos und unfallfrei abläuft. Sind diese Mitarbeiter überarbeitet, dann bedeutet dies Gefahren für die Bahnkunden und für das Zugpersonal", sagt Leichtfried. Er unterstützt deshalb die Klage, die die Gewerkschaft vida gegen die Deutsche Bahn eingebracht hat. "Nachdem auch Züge der ÖBB nach Deutschland fahren, unterliegen auch österreichische Arbeitnehmer und Passagiere einer Gefährdung. Es ist daher zu begrüßen, dass sich die vida dafür einsetzt, dass die Missstände behoben werden."

"Auch die EU-Kommission ist aufgefordert, in diesem Fall zu handeln. Laut einer Richtlinie aus dem Jahr 2004 ist vorgesehen, dass eine Sicherheitsbehörde für die Einhaltung des Europäischen Regelwerks im Bahnbereich zuständig ist, in Deutschland ist das die EBA. Diese Sicherheitsbehörde hat anscheinend nicht ausreichend gehandelt, sonst wären die Mängel schon früher beanstandet worden", so der Europaparlamentarier. (Schluss) bj/mp

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