Gedenken an vertriebene jüdische WissenschaftlerInnen

Ausstellung und Klanginstallation in der ehemaligen Synagoge St. Pölten

St. Pölten (OTS/FH St. Pölten) - Im Gedenkjahr 2013 anlässlich der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten vor 75 Jahren liefert auch die European Researchers' Night am 27. September einen Beitrag zu diesem denkwürdigen Ereignis.

Eine Klanginstallation ruft am Institut für jüdische Geschichte Österreichs in der ehemaligen Synagoge St. Pölten zum Gedenken an sieben vom NS-Regime vertriebene WissenschaftlerInnen auf. Die Klanginstallation wurde von Hannes Raffaseder, dem Rektor der FH St. Pölten und Leiter des IC/M/T - Institut für Creative/Media/Technologies, komponiert und entstand in Kooperation mit dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs.

Stellvertretend für alle während der NS-Zeit aus unserem Land vertriebenen oder ermordeten jüdischen WissenschaftlerInnen werden bei der European Researcher's Night sieben WissenschaftlerInnen porträtiert. Eine ruhige Klanginstallation in der ehemaligen Synagoge St. Pölten lädt zum Verweilen, Erinnern, An- und Nachdenken ein.

Manche Fakultäten verloren die Hälfte ihrer Lehrenden

Vor etwas mehr als 75 Jahren, am 22. April 1938, erging vom Österreichischen Unterrichtsministerium an das Dekanat der Philosophischen Fakultät der Universität Wien ein Erlass, der mit sofortiger Wirkung die akademische Tätigkeit von 65 Mitgliedern dieser Fakultät für beendet erklärte. Das Fach Physik verlor ein Drittel der akademischen Lehrenden; die Hälfte der ProfessorInnen bzw. DozentInnen der Chemie mussten ihre Arbeit aufgeben. Am Mathematischen Institut der Universität Wien wurden fünf von 14 Angehörigen der Fakultät entlassen.

Unter den Juden und Jüdinnen, die im Holocaust ermordet wurden, waren auch zahlreiche ForscherInnen. Von jenen, die noch rechtzeitig aus unserem Land fliehen konnten, haben viele später in ihrer neuen Heimat außerordentliche wissenschaftliche Leistungen erbracht und ihr Fachgebiet wesentlich mitgeprägt. Die Klanginstallation im Rahmen der European Researchers' Night leistet einen Beitrag, dies nicht zu vergessen.

Auf römischen Spuren in St. Pölten

Einem anderen historischen Thema widmet sich ein weiterer Beitrag der European Researchers' Night: den Resten der Stadt Aelium Cetium. Sie war eine der bedeutendsten Zivilstädte der römischen Provinz Noricum. In einer Medieninstallation und Präsentation wird die Grabungsstätte lebendig und erzählt Geschichte.

Spätestens ab der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. bis etwa 465 befand sich die römische Stadt Aelium Cetium an jener Stelle, an der im Mittelalter die Altstadt St. Pöltens entstand. Archäologen konnten seit 1988 zahlreiche Funde dokumentieren und auch der römische Stadtplan ist in Umrissen bekannt. Aktuelle archäologische Ausgrabungen bringen neue aufschlussreiche Erkenntnisse über die lange und bedeutende Geschichte St. Pöltens zu Tage.

Die Medieninstallation "Flashback:Aelium Cetium" im Stadtmuseum St. Pölten wurde von MitarbeiterInnen der FH St. Pölten gestaltet. Sie ist eine experimentelle Spurensuche mit der Kamera und liefert imposante Momentaufnahmen und digitale Visualisierungen der aktuellen Ausgrabungen am Gelände rund um den St. Pöltener Dom. In Kombination mit einer Führung durch die Archäologiewerkstätte mit dem Stadtarchäologen Ronald Risy lässt die Medieninstallation diese Vergangenheit im Rahmen der European Researchers' Night lebendig werden.

Radiohinweis:

Am 24. September von 12 bis 13 Uhr gibt es zu dem Thema eine Sendung "Campustalk" im "campus & city radio st. pölten CR 94.4", dem Ausbildungsradio der FH St. Pölten. Zu Gast waren Stadtarchäologe Ronald Risy, Martha Keil, der Direktorin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, und FH-Rektor Hannes Raffaseder.

Nachzuhören auf: http://soundcloud.com/fhstp
OTs sind zum Download mit dieser Presseaussendung verfügbar unter www.fhstp.ac.at/ueberuns/presse/presseaussendungen/

Weitere Informationen zur European Researcher's Night:

Die European Researchers' Night - die europaweite "Nacht der Wissenschaft" - wird als Initiative der Europäischen Kommission im Zuge des 7. Rahmenprogramms für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration (FP7) unterstützt. Sie findet zeitgleich in mehr als 300 Städten Europas statt.

Kooperationspartner in der Innenstadt St. Pöltens sind das Autohaus Wesely, das Cinema Paradiso, das Landestheater Niederösterreich, das Stadtmuseum St. Pölten, die Marketing St. Pölten GmbH, das Institut für jüdische Geschichte Österreichs (ehemalige Synagoge St. Pölten) und der Klangturm St. Pölten.

European Researchers' Night 2013 "Destination Future" in St. Pölten:
http://www.destinationfuture.eu/
European Researcher's Night:
http://ec.europa.eu/research/researchersnight/index_en.htm

Weitere Informationen zu den erwähnten Projekten:

Ausstellung/Klanginstallation zu vertriebenen jüdischen WissenschaftlerInnen:
Institut für jüdische Geschichte Österreichs
Ehemalige Synagoge St. Pölten, Dr. Karl Renner-Promenade 22, 3100 St. Pölten
27. September 2013, 15-21 Uhr
Eintritt frei.
http://www.destinationfuture.eu/an-denken
Institut für jüdische Geschichte Österreichs:
http://www.injoest.ac.at/

Medieninstallation Flashback.Aelium Cetium
27. September 2013, 15:00 bis 21:00
Stadtmuseum St. Pölten, Prandtauerstraße 2, 3100 Sankt Pölten
http://www.destinationfuture.eu/flashback-aelium-cetium#more-4123
Stadtmuseum St. Pölten: http://www.stadtmuseum-stpoelten.at/

Führung Aelium Cetium:
15:30 bis 16:30 Uhr und 17:30 bis 18:30 Uhr
Treffpunkt: "Infopoint Rathausplatz"
Anmeldung erforderlich unter
http://www.destinationfuture.eu/anmeldung
Infos: http://www.destinationfuture.eu/aelium-cetium#more-3650

Über die Fachhochschule St. Pölten

Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den Themengebieten Medien, Informatik, Verkehr, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 16 Studiengängen werden rund 2.000 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt innerhalb der Kompetenzfelder Medientechnik, Medienwirtschaft, IT-Sicherheit, Simulation, Schienenverkehr, Gesundheit und Soziales. Es erfolgt ein stetiger Austausch zwischen Studiengängen und Instituten, in denen laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickelt und umgesetzt werden.

Pressetext und Fotos zum Download verfügbar unter:
www.fhstp.ac.at/ueberuns/presse/presseaussendungen/

Allgemeine Pressefotos zum Download verfügbar unter:
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Ausstellung/Klanginstallation zu vertriebenen jüdischen
WissenschaftlerInnen:
Institut für jüdische Geschichte Österreichs
Ehemalige Synagoge St. Pölten, Dr. Karl Renner-Promenade 22, 3100
St. Pölten
27. September 2013, 15-21 Uhr
Eintritt frei.

Medieninstallation Flashback.Aelium Cetium
27. September 2013, 15:00 bis 21:00
Stadtmuseum St. Pölten, Prandtauerstraße 2, 3100 Sankt Pölten

Führung Aelium Cetium:
15:30 bis 16:30 Uhr und 17:30 bis 18:30 Uhr
Treffpunkt: "Infopoint Rathausplatz"
Anmeldung erforderlich unter
http://www.destinationfuture.eu/anmeldung

Datum: 27.9.2013, um 15:00 Uhr

Ort:
Innenstadt St. Pölten
St. Pölten

Url: http://www.destinationfuture.eu/category/programm

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Mag. Mark Hammer
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