Zellstoff und Papier: Produktionsstandort Österreich verliert im internationalen Vergleich an Attraktivität!

Rückgang der Zellstoff- und Papierproduktion im ersten Halbjahr um 4,9 Prozent bzw. 3,4 Prozent

Wien (OTS/PWK661) - Die Herstellung von Zellstoff und Papier war in Österreich im ersten Halbjahr 2013 deutlich rückläufig. Nach dem erfreulichen Wachstum 2012 bekam die exportstarke Papierindustrie zuletzt das internationale Konjunkturtief voll zu spüren. "Bei Zellstoff zeigen unsere Halbjahreszahlen einen Produktionsrückgang von 4,9 Prozent, bei Papier, Karton und Pappe von 3,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2012. Beide Werte liegen deutlich hinter dem EU-Durchschnitt von minus 0,8 Prozent bei Zellstoff sowie minus 1,3 Prozent bei Papier. Österreich verliert darüber hinaus aber auch deutlich gegenüber den USA, Kanada, Brasilien, Japan, Südkorea und China an Boden. Das ist ein Alarmsignal - der bisher exzellente Standort büßt an Attraktivität ein und rutscht im internationalen Vergleich ab!", bringt Oliver Dworak, Geschäftsführer der Austropapier, Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, die unerfreuliche Situation auf den Punkt und drängt auf rasches Handeln der Politik, um eine weitere Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu verhindern.

"Hohe Rohstoff-, Energie- und Personalkosten sowie nur geringe Möglichkeiten zur Arbeitszeitflexibilisierung auf betrieblicher Ebene wirken für die Unternehmen in dieser konjunkturell schwierigen Situation doppelt erschwerend. Der vorwahlbedingte Stillstand bei industriepolitisch wichtigen Maßnahmen, wie etwa der Modernisierung der Arbeitszeitregelungen, der Verbesserung der Rohstoffversorgung vor allem bei Holz, und einer klaren Linie in der Innovations- und Förderpolitik, hat die Situation weiter zugespitzt. Dazu kommen neue Kostenbelastungen, so etwa durch den massiven Einschnitt bei der Zuteilung der CO2-Zertifikate im EU-Emissionshandel. Die Zellstoff-und Papierindustrie hat zuletzt mit Investitionen von fast 300 Millionen Euro ein starkes Bekenntnis zu Österreich abgegeben, um Betriebe zukunftsfit zu machen. Neue Kosten und zunehmende Rechtsunsicherheiten sind jedoch ein schlechtes Umfeld für Investitionen und konterkarieren diese Bemühungen. Die neue Bundesregierung darf daher keine Zeit verlieren - Industriepolitik muss klare Priorität Nummer Eins sein, sonst fällt Österreich im internationalen Vergleich weiter zurück. Unser politisches Forderungsprogramm enthält die zentralen Elemente für einen zukunftsweisenden industriepolitischen Standortdialog", so der Austropapier-Geschäftsführer.

Im ersten Halbjahr 2013 wurden in Österreich 2,4 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe erzeugt, das sind 3,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2012. Die gesamteuropäische Produktionsmenge betrug in den ersten sechs Monaten 45,7 Millionen Tonnen. Grafische Papiere weisen in Österreich mit 1,3 Millionen Tonnen ein Minus von 4,9 Prozent gegenüber 2012 auf, Verpackungspapiere mit 950.000 Tonnen einen Rückgang von 1,8 Prozent. Nur Hygiene- und Spezialpapiere konnten leicht auf 136.000 Tonnen zulegen. Besonders deutlich ist die Mengenentwicklung bei holzhaltig und holzfrei gestrichenen Papieren mit minus 6,9 Prozent und minus 8,5 Prozent in Österreich, sowie minus 5,1 Prozent und minus 10,3 Prozent der EU-Produktion. Läuft die schwierige Entwicklung der in Österreich erzeugten grafischen Papiere ziemlich parallel mit der in Europa, so liegt eine der Ursachen für die - anders als auf EU-Ebene - rückläufige Entwicklung bei den heimischen Verpackungspapieren in der Schließung eines Werkes für Wellpappenrohpapiere, das schon seit Herbst 2012 gedrosselt produziert hatte und im Frühjahr auch die zweite Papiermaschine stilllegen musste.

Bei der Herstellung von Zell- und Holzstoff bedeuten 957.000 Tonnen einen Mengenrückgang in Österreich von 4,9 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2012. Europaweit wurden 18,7 Millionen Tonnen produziert. Durch die gesunkene Produktionsmenge an Zellstoff, Papier, Karton und Pappe hat auch der Branchenumsatz im ersten Halbjahr 2013 um 4,6 Prozent nachgegeben. (us)

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