AK: Anreize schaffen, Chancen bieten

Mehr und alternsgerechte Jobs für Ältere, mehr Ausbildung für die Jungen

Klagenfurt (OTS) - "Österreich steht im EU-Vergleich relativ gut da. Mit 4,8 Prozent haben wir die niedrigste Arbeitslosenquote. Dennoch gibt es Handlungsbedarf", sagt der Präsident der Bundesarbeitskammer, Rudi Kaske und der Präsident der AK Kärnten, Günther Goach. "Um gut zu bleiben, müssen wir in einigen Bereichen besser werden, etwa bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, bei der Qualitätssicherung der Lehrausbildung und der Zahl der Lehrstellen. "Wir brauchen ein Bonus-Malus-Modell, das Anreize für Betriebe schafft, Ältere einzustellen", sagt Kaske. Günther Goach fordert parallel dazu einen Ausbau der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie alternsgerechte Arbeitsplätze.

Die Beschäftigung von Personen, die älter als 55 Jahre sind, ist zwar angestiegen - allerdings weit weniger als die Arbeitslosigkeit. Von 2008 auf 2012 ist die unselbstständige Beschäftigung der Altersgruppe "55+" um 20 Prozent angestiegen, allerdings ist die Zahl der arbeitssuchenden Menschen (inkl. Menschen, die sich in Schulungen des AMS be-fanden) um 35 Prozent gestiegen!

Eine Untersuchung der AK zeigt: Es gibt mehr als 22.600 Unternehmen mit 20 MitarbeiterInnen und mehr. Diese Unternehmen beschäftigen drei Viertel aller ArbeitnehmerInnen. Über 4.200 (19 Prozent) davon beschäftigen keine oder nur kurzfristig eine Person ab 55 Jahren. Und nur jedes dritte größere Unternehmen (ab 100 MitarbeiterInnen) beschäftigt mehr als zehn Prozent Ältere ab 55. Der Anteil der über 55-Jährigen an der Bevölkerung beträgt etwa 17 Prozent.

Besonderes Augenmerk ist auf die betriebliche Gesundheitsvorsorge zu legen. "Hier haben viele Betriebe Aufholbedarf. Gerade die Gesundheitsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr ist besonders wichtig. Ein Umdenken muss in den Unternehmen stattfinden. Sie können von den Erfahrungen älterer ArbeitnehmerInnen profitieren", sagt Goach.

Bei der Lehrlingsausbildung gibt es Handlungsbedarf. Von den 57.511 Lehrlingen, die 2011 zur Abschlussprüfung antraten, fielen 10.071 Lehrlinge durch. Rund 3.000 traten Schätzungen zufolge gar nicht an. Beinahe jeder vierte Lehrling stand also am Ende seiner Ausbildung ohne Abschluss da.

In Kärnten besteht vor allem Handlungsbedarf in Sachen Lehrstellenangebot. In Kärnten stehen 239 Lehrstellen 774 Lehrstellensuchende gegenüber - eine Differenz von 535 (August 2013). "Es müssen Ausbildungsplätze geschaffen werden, die jungen Menschen adäquate Chancen auf dem Arbeitsmarkt bieten. Das ist wichtig, da Kärnten von einer massiven Abwanderung von Jugendlichen betroffen ist", erklärt Goach und fordert vom Land Kärnten eine gezielte Rückholaktion, damit junge Unternehmer und Facharbeiter zur positiven Entwicklung des Landes beitragen.

Die Betriebe jammern immer lauter über zu wenig Fachkräfte, aber sie bilden auch immer weniger aus: Im August 2013 gab es in den Betrieben 4.500 Lehrlinge im 1. Lehrjahr weniger als noch vor 5 Jahren. Allein im Vergleich zum Vorjahr sank 2013 die Zahl der Lehrlinge im 1. Lehrjahr im August um 2.650.
Deshalb fordern der Präsident der Bundesarbeitskammer, Rudi Kaske, und der Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, Günther Goach:

+ Mit einem Bonus-Malus-Modell sollen Betriebe belohnt werden, die ältere Mitarbeite-rInnen ab 50 Jahre einstellen. Betriebe, die zu wenige MitarbeiterInnen über 55 Jahre beschäftigen, sollen einen Malus zahlen. Ein erstes Ziel sollte eine Mindestquote von 10 Prozent an älteren Beschäftigten im Betrieb sein, in einigen Jahren muss eine Erhöhung dieser Quote geprüft werden.

+ Die Betriebe müssen mit mehr Generationenmanagement, Gesundheitsvorsorge und alternsgerechten Arbeitsplätzen dafür sorgen, dass die Menschen länger gesund in der Arbeit bleiben.

+ Eine sechste Urlaubswoche für alle, die 25 Jahre gearbeitet haben, soll dazu beitragen, dass sich die Beschäftigten gut erholen können, unabhängig davon, ob die 25 Jahre beim selben Dienstgeber geleistet wurden oder nicht.

+ Es braucht mehr und bessere Ausbildungsplätze für die Jungen: Die Betriebe müssen wieder mehr ausbilden. Und sie müssen besser ausbilden: Künftig soll die Qualität der Ausbildung gesichert werden, durch eine verpflichtende Aus- und Weiterbildung der Aus-bildner und durch einen Qualitäts-Check während der Lehrzeit. Außerdem soll die Lehr-stellenförderung im letzten Lehrjahr an das Antreten bei der Lehrabschlussprüfung gekoppelt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Kärnten
Mag. Christa Maurer, Kommunikation
Tel.: 050 477-2401, Mobil: 0664/233 5899
c.maurer@akktn.at
http://kaernten.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKK0001