FP-Jung: Ärger bei Rot und Schwarz mit Kandidaten und Plakaten

Anbiederungen an Muslime verursachen viel Erklärungsbedarf

Wien (OTS/fpd) - Der Schreianfall des Kanzlers, als ihm in der Fernsehkonfrontation von Strache sein Konterfei mit türkischer SP-Werbung vorgehalten wurde, war einer der Tiefpunkte seiner Auftritte. Seine Distanzierung erfolgte umgehend. Aber noch immer hängen diese Plakate in türkischen Lokalen aus. Hamza Ates, ein austrotürkischer Unternehmer, der "Vater" dieser Aktion ist aber nicht nur SPÖ-Funktionär und Mitglied ihres Wirtschaftsverbands, sondern auch AKP-Fan. Die Pro-Erdogan-Großdemo im Juni in Wien hat er maßgeblich mitorganisiert, so heute der Integrationssprecher der FPÖ-Wien LAbg. Mag. Wolfgang Jung.

Wenig Freude macht der SPÖ auch die Wahlkampfaktion des SPÖ-Kandidaten Resul Ekrem Gönültas in der Simmeringer Eyüp-Sultan-Moscheegemeinde. Er soll dort, noch vor der Freitagspredigt, das Wort ergriffen und offen für sich und die SPÖ geworben haben. Gönültas kann auf eine feste Vereinsstruktur seiner Milli-Görüs-Bewegung vertrauen und besucht Milli-Görüs-Vereine in ganz Österreich. Die Innenministerien von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sehen allerdings in dieser Bewegung antisemitische Charakterzüge und unter anderem auch damit eine deutliche Gegnerschaft zur demokratischen Grundordnung. Prozesse, die Millî Görüs gegen diese Feststellungen geführt hat, wurden von ihren Anhängern verloren.

Diese Aktivtäten und die Islamische Föderation Wien (IFW) wurden auf der ÖVP-Seite massiv von Resul Recper kritisiert. Recper, seit 2009 in der VP aktiv, gehört dem Wahlkampfteam des ÖVP-Kandidaten Hasan Vural an und begleitet auch Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz bei seinen Besuchen in türkischen, respektive muslimischen Vereinen. Er arrangierte unter anderem ein Abendessen zwischen dem damaligen ÖVP-Chef Josef Pröll und der AKP-nahen UETD Austria. Die AKP steht in scharfer Konkurrenz zur Milli Görüs. Im Internet kursieren gegenseitige Verdächtigungen und Drohungen, berichtet Jung.

Unter den Gästen des Freundschaftsessens mit Pröll war auch der jetzige ÖVP-Kandidat Vural. Dieser hat laut Medienberichten ebenfalls seit längerem ein Nahverhältnis zur AKP-nahen UETD und machte jüngst der ÖVP-Wien Ärger mit einer Wahlkampfrede in einem Wiener Zuwandererverein. Er unterstellte darin den Jugendämtern in Wien, muslimischen Familien Kinder wegzunehmen und sie aus "rassistischen Gründen" in christliche Familien zu geben. Außerdem verurteilte er die Kondom-Verteilaktionen der Grünen ("Wieso werden Kondome an Muslime verteilt? Sollen wir etwa keine Kinder mehr bekommen können?"). Davon musste sich der dort anwesende ÖVP-Chef Juraczka prompt distanzieren und drohte mit Parteiausschluss. Bezeichnend übrigens, dass ihm die Rede seines Parteifreundes erst übersetzt werden musste.

"Wenig glaubwürdig ist allerdings die Aufregung bei den Grünen", stellt Jung fest und erinnert an den Jenbacher Gemeinderat und Erdogan-FAN und an dessen Aussagen zur Homosexualität." Und Jung weiter: "Wir warnen schon seit langem vor der radikalen Entwicklung in der Szene, die durch einige konkurrierende Vereine angeheizt wird. Wahlwerbung, gestützt auf radikal-religiösem Hintergrund oder durch Vorfeldorganisationen ausländischer Prägung hat bei uns nichts zu suchen. Wir wollen keine Austragung der Gegensätze ethnischer oder religös/politischer Gruppen fremder Staaten bei uns. Wer Wahlwerbung nicht in der Amtssprache Deutsch betreibt, bewirbt sich um Personen, die die Landessprache nicht verstehen (wollen) oder Probleme haben, sich mit Österreich zu identifizieren ("Alles für die Türkei"- der Wahlspruch der AKP). Das sind gefährliche Zielgruppen", warnt Jung abschließend. (Schluss) hn

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