ÖMB und Czerny fordern die Ankurbelung des selbstgenutzten Wohnungseigentums als Beitrag zum Leistbaren Wohnen

Wien (OTS) - Der zuletzt zu geringe Wohnungseigentumsbau führte zu Schieflagen am Wohnungsmarkt mit überhöhten Preisen, die eine Eigentumsbildung oft verhindern; Sozialminister erkennt als Grund für Armutsgefährdung auch die geringere Eigentumsquote an Wohnraum.

Die bekannte Wirtschaftswissenschaftlerin Dkfm. Dr. Margarete Czerny und der Präsident des Österreichischen Mieter-, Siedler- und Wohnungseigentümerbundes (ÖMB) KR Helmut Puchebner verlangen die Ankurbelung des selbstgenutzten Wohnungseigentums und die Erleichterung der künftigen Eigentumsoptionsausübung bei gemeinnützigen Mietwohnungen.

KR Puchebner zitiert aus einem jüngst eingebrachten Ministerratsvortrag des Sozialministers "Zahlen, Daten, Fakten zur Bedarfsgerechten Mindestsicherung (BMS)", wonach die Armutsgefährdungsquote aufgrund der Bevölkerungsstruktur in Städten tendenziell höher ist; wobei als eines der Kriterien hierfür die geringe Eigentumsquote an Wohnraum (Wien 22% versus NÖ 76%) -verursacht insbesondere durch höhere Mietkosten -festgemacht wurde (in Wien werden jährlich rd. 150.000 Anträge, in NÖ rd. 17.000 Anträge gestellt, wovon jeweils 2/3 der Anträge positiv erledigt werden).

Der ÖMB - Präsident Puchebner weist darauf hin, dass es schon immer bekannt und gesellschaftspolitisch erstrebenswert war, die Bürger durch Eigentumsbildung unabhängiger zu machen. Dass dadurch aber auch die Armutsgefährdung verringert wird, ist für Frau Dkfm. Dr. Czerny und KR Helmut Puchebner ein bedeutsames sozialpolitisches Argument, welches die neue Bundesregierung in ihrem Arbeitsprogramm berücksichtigen soll.

Die Aufgabe der Wohnbauförderung war und ist es immer noch, weniger finanzstarken Bevölkerungskreisen auch die Schaffung von Wohnungseigentum zu erleichtern, wie Dr. Czerny betont.
Daher schlagen Czerny und Puchebner als erfolgversprechende Maßnahme vor, beim Eigentumswohnungsneubau die auf den Gestehungskosten haftende Umsatzsteuer (Vorsteuer) für einen Zeitraum von 10 Jahren zu stunden.

Die Finanzverwaltung erleidet dadurch keinen Verlust, sieht man von Stundungszinsen ab, der durch den Entfall von der Vorsteuerabzugsfähigkeit bei Mietbauten mehr als übertroffen wird; und den Käufern bleibt eine Anfangsbelastung von rd. 18% der gesamten Herstellungskosten erspart, was vorerst eine geringere Zahllast für die Eigentumswohnungswerber bedeutet, erläutert Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Czerny den gemeinsamen Vorschlag. Durch diese Stundung der Umsatzsteuer wird sicher der selbstgenutzte Eigentumswohnbau zusätzlich angekurbelt betont ÖMB-Präsident Puchebner und ist sich sicher, dass gleichzeitig der dadurch verstärkte Neubau auch - den Marktmechanismen entsprechend - die Mieten im Altbau senkt, was zu einer allgemeinen Wohnpreisdämpfung führt.

Weiters verlangen Czerny und Puchebner von den Ländern die Wiedereinführung der Förderungsschiene des Eigenmittelersatzdarlehens beim Eigentumswohnungsbau, soweit dies nicht ohnehin in einigen Bundesländern bereits geübte Praxis ist und die Wiederbelebung des Förderinstruments der Bürgschaftsübernahme zur Sicherung der Finanzierung.

Zusätzlich fordert Präsident Puchebner, dass auch bei den gemeinnützigen Mietwohnungen mit Eigentumsoption nach 10 Jahren bei Optionsausübung das Eigenmittelersatzdarlehen zur Anwendung kommt , zumindest hinsichtlich der beschlossenen- künftig wirksamen-Teilumsatzsteuerrückführung.

Schließlich sollte auch eine Grundanteilsförderung angedacht werden, die einen zumutbaren Sockelanteil überschreitet, ergänzen Czerny und Puchebner.

Abschließend betonen Dkfm. Dr. Czerny und ÖMB-Präsident Puchebner, dass ihre Vorschläge zur Ankurbelung des Wohnungseigentums nur für selbstgenutztes Eigentum zum Tragen kommen sollen.

Rückfragen & Kontakt:

Dkfm. Dr. Margarete Czerny: 0664 2646362
KR Helmut Puchebner: 0664 1039340

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OMB0001