KURIER: Erwin Steinhauer findet TV-Duelle "zum Ausrasten"

Der Schauspieler übt heftige Kritik an Wahlkampf und Politik

Wien (OTS) - Der Schauspieler und Kabarettist Erwin Steinhauer rechnet im KURIER-Interview (Samstag) mit der Politik und dem aktuellen Wahlkampf ab: "Ich glaube, dass die Besetzung der Protagonisten katastrophal ist", sagt Steinhauer. Er ortet ein ständig steigendes "Ohnmachtsgefühl und Desinteresse an der Politik" und fragt: "Was muss eigentlich in Österreich passieren, dass es keine große Koalition mehr gibt?"

Heftige Kritik übt er an der Bildungspolitik der ÖVP. Richtung SPÖ meint er: "Eine Sozialdemokratie muss dafür sorgen, dass es mehr Menschen besser geht. Okay, Faymann hat das eine oder andere durchgebracht, aber das ist immer noch weit weg von der Sozialdemokratie, wie ich sie mir vorstelle." SPÖ habe er zuletzt 1983 gewählt. Eine Einladung für das Personenkomittee von Kanzler Faymann habe er ausgeschlagen, er unterstütze aber den Wiener SPÖ-Kandidaten Sepp Stranig wegen seines Engagements für das Integrationshaus.

Auch an den Fernsehformaten im Wahlkampf lässt Steinhauer kein gutes Haar: "Mich bringt absolut zum Ausrasten, dass ich als Wähler zum Talkshow-Konsumenten degradiert werde. Das ist entsetzlich. Ich muss eine Inszenierung mit Claqueuren anschauen, die jeden vertrottelten Satz beklatschen. Das ist alles inszeniert. Das beleidigt mich." Er vermisse eine "Auseinandersetzung über Inhalte". Steinhauer: "Ich finde, dass es einen Monat vor der Wahl überhaupt Politiker-Verbot im Fernsehen geben müsste."

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