Nationalratswahl: Wechselbergers Bilanz und Ausblick zur Gesundheitspolitik (3)

Großprojekte unausgegoren - viele offene Fragen

Wien (OTS) - Unpraktikabler ELGA

Im elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) sieht Wechselberger ein Instrument, das "unter den gegebenen Bedingungen nicht praxistauglich ist und daher den erwarteten Nutzen nicht bringen wird". In der jetzigen Form bedeute ELGA allein durch das Fehlen einer zeitsparenden Suchfunktion einen enormen Zusatzaufwand für Ärzte, weshalb es auch erhebliche Akzeptanzprobleme gebe. "Er ist vor allem zur Dokumentation für Patienten vorgesehen. Dass Ärzte im Interesse der Patienten damit arbeiten sollen, bleibt bisher weitgehend unbeachtet", kritisierte Wechselberger. Darüber hinaus seien viele technische, organisatorische, finanzielle und rechtliche Fragen offen oder überhaupt noch nicht angedacht:

  • Expertengutachten sprechen von klarer Verfassungswidrigkeit, da die Patienten der Datenweitergabe nicht zustimmen müssen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse um die Datenweitergabe ist Opt-in statt Opt-out ein Gebot der Stunde und macht eine entsprechende Abänderung des ELGA-Gesetzes notwendig.
  • Datenschutz und Datensicherheit sind wegen mangelnder Verschlüsselung bei der Datenspeicherung nicht gewährleistet.
  • Es gibt keine klaren Verantwortlichkeiten für Datenschutz und -sicherheit sowie die Funktionalität für das Gesamtsystem.
  • Gesundheitsdaten werden nicht genau definiert, sie umfassen den gesamten Lebensbereich eines Patienten.
  • Das System produziert Unmengen von Dokumenten, die für Ärzte keine punktgenauen Informationen im konkreten Behandlungsfall bieten. (MS)

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