Schmied/Blecha: "Unter Kunst verstehen wir, den Menschen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung zu geben!"

Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik lud zur Podiumsdiskussion mit Kulturministerin Claudia Schmied und Karl Blecha

Wien (OTS/SK) - Gestern, Montag, hat die Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik eine Podiumsdiskussion im Parlament zum Thema "Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik. Kunst und Kultur als Wert und Programm" veranstaltet. Kulturministerin Claudia Schmied, Karl Blecha (Koordinator des Parteiprogramms 2014 der SPÖ und Präsident des SPÖ-Pensionistenverbands), Karl Duffek (Direktor des Renner Instituts) sowie der Kulturexperte Heimo Konrad und der Schauspieler Cornelius Obonya diskutierten am Podium u.a. über den Stellenwert von Kunst und Kultur in den Partei- und Wahlprogrammen der im Nationalrat vertretenen Parteien und auch über die Finanzierung von Kultur und KünstlerInnen. ****

Ministerin Schmied betonte: "Insbesondere bei Kunst und Kultur kommt es auf den inneren Ort der Handlung an." Laut Schmied ist weder die Menge an Seiten in Parteiprogrammen noch die Anzahl der Forderungen wichtig, sondern das Motiv dahinter. Kunst bedeute gelebte Werte und könne als Themenkomplex nicht von anderen abgeschottet werden. Karl Blecha stimmte dem zu: "Wenn wir über 'Kunst für alle' reden, können wir das nicht ohne das Thema Bildung oder das Thema faire Arbeitsplätze lösen. Man muss schließlich auch das Geld haben, um in alternative Kinos zu gehen. Man kann auch nicht Pensionen ohne Arbeit diskutieren."

Ein weiteres Thema der Diskussion waren auch die erreichten Ziele in der Kulturpolitik. So zeigte sich Ministerin Schmied stolz darauf, dass trotz Wirtschaftskrise das Budget von 402 Millionen Euro (2007) auf 443 Millionen Euro (derzeit) erhöht werden konnte. Zudem sagte Schmied, dass Kultur weitergegeben werden müsse. Durch den freien Eintritt in alle Bundesmuseen für alle Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre, der am 1. Jänner 2010 in Kraft getreten ist, konnte eine Steigerung der Eintritte von 51 Prozent erreicht werden. Besonders Ganztagsschulen nutzen das Angebot und so konnten etwa 3,3 Millionen SchülerInnen ins Museum gelockt werden, was sich anschließend auch auf die bezahlenden BesucherInnen auswirkt. Auch das Filmbudget mit 20 Millionen Euro sieht Schmied als großen Erfolg, der von den erfolgreichen österreichischen Filmen gestützt werde. Auch in Sachen Nachwuchsförderung und Startstipendien sei Einiges weitergegangen, so Schmied. Das Einkommen der KünstlerInnen war ein weiterer Diskussionspunkt. Die finanzielle Lage habe sich für KünstlerInnen wesentlich verbessert, jedoch stellte Schmied klar, dass die Einkommensfrage keine sei, die man nur in einer Berufsgruppe diskutieren dürfe.

Karl Blecha bedankte sich bei Claudia Schmied für ihr Engagement im Bereich Kunst und Kultur und für die Schaffung einer klaren Definition der Kulturpolitik. So sind auch die Wertschätzung der Kunstschaffenden, die Freiheit der Kunst und Abhängigkeit von Dankbarkeit und die öffentliche Finanzierung wichtige Errungenschaften der Sozialdemokratie. Blecha sagte: "Kunst darf nicht dem Markt überlassen werden. Dann regieren Kitsch und Pornografie. Die SPÖ will etwas anderes! Wir wollen eine kritische, freie Kunst." (Schluss) tg/mb

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