Schwarzmann: Wer bewusst einkauft, sichert seine eigenen Lebensgrundlagen

Bäuerinnen-Aktionstage 2013: Lebensmittelkennzeichnung im Mittelpunkt

Wien (OTS) - "Österreichs Bäuerinnen werden rund um den Welternährungstag (16.10.2013) in allen Bundesländern Aktionen durchführen, um die Wertigkeit als auch die Qualität heimischer Lebensmittel ins Blickfeld der Konsumenten zu rücken. 'Bewusst einkaufen - Qualität hat einen Namen' lautet das diesjährige Motto. Im Mittelpunkt stehen einmal mehr die Bewusstseinsbildung beim Konsumenten und die Lebensmittelkennzeichnung. Wie man Qualität aus Österreich am besten erkennt und warum man beim Einkauf verstärkt zu saisonalen und regionalen Lebensmitteln greifen soll, darüber wollen Österreichs Bäuerinnen bundesweit bei den diesjährigen Aktionstagen im Herbst informieren", betonte Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen in der Landwirtschaftskammer Österreich.

Augen auf beim Einkauf zahlt sich aus

Bei den Aktionstagen im Herbst, die bereits zum fünften Mal stattfinden, wollen Österreichs Bäuerinnen unter dem Generalmotto "Lebensmittel sind kostbar" den Konsumentinnen auf sympathische Art und Weise aufzeigen, dass der Griff zu saisonalen Waren aus der Region mehr Genuss, Frische und wertvolle Inhaltsstoffe bringt. "Wer Lebensmittel einkauft, trägt hohe Verantwortung", ist Schwarzmann überzeugt. Wer vor dem Regal steht, entscheidet, was er seinem Körper gönnt und wie ernst er es mit seiner eigenen Gesundheit und der seiner Familie nimmt. Aber nicht nur das. Wer Lebensmittel einkauft, stimmt täglich darüber ab, welche Art von Landwirtschaft Zukunft hat. Er setzt auch Signale, wo er Arbeitsplätze sichert und ob er es mit dem Erhalt unseres Lebens- und Erholungsraumes und deren Vielfalt ernst meint.

"Mit unserer Kampagne wollen wir in erster Linie beim Konsumenten das Bewusstsein schärfen - beim Griff ins Regal entscheidet er über die eigenen Lebensgrundlagen", unterstrich die Bundesbäuerin.

Mehr Transparenz statt neue Marken, Logos und Gütezeichen

Wer den Lebensmitteleinkauf ernst nimmt, tut sich aber in der täglichen Praxis nicht sehr leicht. "Es ist nicht einfach, sich im 'Wald' der Lebensmittelmarken und Gütesiegel zurechtzufinden. Daher haben wir einen handlichen Leitfaden zur Lebensmittelkennzeichnung aufgelegt. Er soll den bewussten Einkäufern eine praktische Hilfe bieten", so Schwarzmann.

Aber das ist nicht alles, die Bäuerinnenorganisation hat auch Forderungen an die Verantwortungsträger: "Der Lebensmittelkodex gehört geändert. Die Lücken, die den Lebensmitteltäuschern Tür und Tor öffnen, gehören geschlossen. Diesem Anliegen haben wir zusammen mit den bäuerlichen Direktvermarktern mit einer Unterschriftenaktion Nachdruck verliehen. Mit über 40.000 Unterschriften - sehr viele davon von Konsumenten - fordern wir, die rechtlichen Grundlagen so zu ändern, dass Produkte, die den Vermerk 'Bauer-' oder 'Berg-' tragen, auch tatsächlich bäuerlichen Ursprungs sind oder auf einem Berghof erzeugt wurden. Dafür ist den Produzenten und Konsumenten die Sicherheit zu garantieren", spricht die Bundesbäuerin Klartext.

Seminarbäuerinnen im Dialog mit Konsumenten

Ein Sprichwort sagt: "Du bist, was du isst". "Aber was genau legen wir täglich auf unsere Teller? Wie wird unser Essen produziert? Welche Inhaltsstoffe hat es? Wie verarbeite ich es richtig und geschmackvoll? Österreichs rund 800 Seminarbäuerinnen und -bauern, die seit 1997 den Zertifikatslehrgang des Ländlichen Fortbildungsinstitutes (LFI) absolviert haben, kennen sich da aus und vermitteln in Kochkursen und Seminaren wertvolles Wissen rund um regional hergestellte, bäuerliche Lebensmittel. Zudem sind sie auch als AMA-Lebensmittelberaterinnen im Einsatz, wie etwa im Rahmen der Bäuerinnen-Herbstaktionen zum Welternährungstag, wo sie heuer verstärkt über die Lebensmittelkennzeichnung informieren werden. Es sollen die fachlichen Eckpunkte wie Herkunft, Kontrolle und Qualität den Konsumenten nähergebracht und das Vertrauen in heimische Lebensmittel gestärkt werden. Schließlich spielt die Frage nach der Rückverfolgbarkeit, nach der Garantie für ein Lebensmittel eine immer wichtigere Rolle. Unsere Seminarbäuerinnen und -bauern sind glaubwürdige und sympathische 'Botschafter' für die Qualität heimischer, bäuerlicher Produkte. Zudem bieten sie auch Kurse und Seminare zu Themen rund um Ernährung und Essen an, wobei sie besonderen Wert auf Traditionelles, Regionales und Saisonales legen", so Schwarzmann.

Seminarbäuerinnen auch in Schulen gern gesehen

Seminarbäuerinnen gestalten auch Kinderkochkurse und "Schulstunden" zu verschiedenen landwirtschaftlichen Themen und sind gern gesehene Vortragende, wenn sie zum Beispiel die Geschmacksschule sowie den Milch- oder Schweinelehrpfad präsentieren. Ziel ist es, bereits bei jungen Konsumenten Bewusstsein für heimische, saisonale Lebensmittel zu schaffen und den Kindern natürliche Lebensmittel schmackhaft zu machen, mit Angeboten zu Themen wie etwa "Der Weg vom Getreide - Vom Feld bis zum Brot", "Wie leben Tiere auf dem Bauernhof?" oder "Wie sieht ein moderner Stall aus".

"Ausgewogenes Essen und Trinken ist für unsere Gesundheit und für das gesamte Wohlbefinden enorm wichtig. Bewusst einkaufen ist daher einerseits ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, andererseits aber auch ein wichtiger Beitrag für die eigene Gesundheitsvorsorge. Saisonale und regionale Lebensmittel spielen eine zentrale Rolle, weil sie nicht nur gut schmecken, sondern auch alle wesentlichen und wertvollen Inhaltsstoffe enthalten. Wie man heimische Qualität am einfachsten erkennt, dass wollen unsere Bäuerinnen heuer bei ihren Herbstaktionen rund um den Welternährungstag vermitteln", betonte die Bundesbäuerin abschließend. Nähere Infos über Aktivitäten der Seminarbäuerinnen sind im Internet unter www.lk-konsument.at zu finden.

Andrea Schwarzmann (48) ist Landesbäuerin in Vorarlberg und seit April 2013 Vorsitzende der ARGE Bäuerinnen in der LK Österreich. Sie betreibt im Biosphärenpark Großes Walsertal (Vbg.) einen Bergbauernhof mit Schwerpunkt Milch- und Alpwirtschaft. Schwarzmann lebt mit ihrer Familie am Betrieb in Raggal beziehungsweise ab Juni auf der Alpe Steris, wo sie auch eine Ausschank betreibt. Die dort ermolkene Milch wird vor Ort zu Butter und Bergkäse verarbeitet und an die Konsumenten verkauft.

Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen (www.baeuerinnen.at) wurde 1972 gegründet und vertritt die Interessen von rund 130.000 Landfrauen. Die österreichweite Koordinierung der in allen Bundesländern vertretenen ARGE erfolgt in der LK Österreich.

Welternährungstag

Der Welternährungstag wurde 1979 von der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) eingeführt, um auf die weltweite Ernährungssituation - vor allem in den Entwicklungsländern -hinzuweisen. Er geht zurück auf den 16.10.1945, an dem die Sonderorganisation der UNO zur Sicherung der weltweiten Ernährung (FAO) gegründet wurde. Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen Hunger.

Weltlandfrauentag

Der Weltlandfrauentag (15.10.) würdigt die wichtige Rolle der Landfrauen in der Gesellschaft. Das weltweite Netzwerk der Bäuerinnen und Frauen im ländlichen Raum nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die besondere Lebenssituation der Frauen auf dem Land aufmerksam zu machen sowie deren Rolle bei der Ernährungssicherung und beim Umweltschutz zu würdigen. In den Entwicklungsländern werden zirka 80% der Lebensmittel von Frauen - zum Teil unter schwierigen Bedingungen - produziert, um die Versorgung der Familien sicherzustellen. (Schluss)

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