Neues Volksblatt: "Beigeschmack" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 16. September 2013

Linz (OTS) - Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern -sagte einst Sebastian Kneipp. Und leider hat er recht: Wer ein bisschen Zeit täglich investiert, erspart sich aber auch Leid und der Allgemeinheit Geld. Rund 32 Milliarden geben wir Österreicher jährlich aus, um die Folgen von Krankheiten und Unfällen in den Griff zu bekommen. Ein Bruchteil davon wird aufgewendet, damit Krankheiten erst gar nicht ausbrechen und Unfälle gar nicht passieren. Das ist schade. Besonders schade ist, dass Eigenverantwortung kaum unterstützt wird.
Das nun auch der SPÖ-Gesundheitsminister kurz vor der Wahl endlich in der Präventionspolitik aktiv wird, ist zwar zu begrüßen, trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack: Denn einerseits sind es Ankündigungen und andererseits jahrelange Versäumnisse, für die Stöger sich nun feiern lässt. Jahrelang blockierte er etwa mit den Argumenten "Kein Geld, nicht ausreichend bewiesen" die kostenlose HPV-Impfung. Jetzt kurz vor der Wahl geht es auf einmal. Und bei der Zahnspange kündigt er zwar großspurig an, dass Kinder diese künftig kostenlos bekommen sollen, wie das nach der Wahl konkret aussieht, bleibt im Dunkeln. Es gibt viele Fragezeichen, von der Finanzierung bis zur Durchführung. Bei Stöger wird man den Verdacht nicht los, dass er Prävention mit Ankündigung verwechselt.

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