Papst: Barmherzigkeit ist kein "Gutmenschentum"

Franziskus: Letztlich führt nur die Liebe zur Erlösung und nicht die Anwendung von Geboten

Vatikanstadt, 15.09.13 (KAP) Barmherzigkeit darf nach den Worten von Papst Franziskus nicht als "Gutmenschentum" oder bloßes Gefühl missverstanden werden. Sie sei vielmehr die "wahre Kraft, die den Menschen und die Welt vom "Krebsgeschwür der Sünde sowie moralisch und geistlich Schlechtem" retten könne, sagte der Papst am Sonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Wer in seinem Herzen keine Barmherzigkeit habe, stehe nicht in Gemeinschaft mit Gott, auch wenn er alle Gebote einhalte. Letztlich führe nur die Liebe zur Erlösung und nicht die Anwendung von Geboten.

Zugleich rief Franziskus dazu auf, den Grundsatz Gleiches mit Gleichem zu vergelten, zu überwinden. Wer nach dem Gesetz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" lebe, könne der "Spirale des Schlechten" nicht entkommen, hob Franziskus hervor. Die Gerechtigkeit Gottes dürfe nicht mit menschlichen Vorstellungen davon verwechselt werden. Oft dächten die Menschen, Gott müsse nach ihren Maßstäben handeln und die Sünder bestrafen und sie zum Tode verurteilen, statt ihnen zu verzeihen. Wer so denke, gelange jedoch nicht ins Haus Gottes, so der Papst.

Die Barmherzigkeit ist eines der zentralen theologischen Themen von Franziskus. Beim ersten Angelus-Gebet nach seiner Wahl hatte der neue Papst am 17. März zu Barmherzigkeit aufgerufen.

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