Frauenministerin Heinisch-Hosek: Unterstütze die Forderung nach 1.500 Euro Mindestlohn

Ministerin bei der Bundesfrauenkonferenz der Gewerkschaft PRO-GE

Wien (OTS) - "Viele junge Frauen denken, der Kampf um Gleichstellung sei schon geschlagen, nach gut 100 Jahren Frauenbewegung sei bereits alles erledigt. Doch wir wissen, dass Frauen noch immer um ein Viertel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, Teilzeitkräfte für die gleiche Arbeitsstunde weniger als Vollzeitbeschäftigte bekommen, was auch wiederum großteils Frauen trifft", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute bei der Eröffnung des Bundesfrauenkonferenz der Gewerkschaft PRO-GE in Wien. "Und Frauen erfahren in ihrem Unternehmen kaum etwas über freiwerdende Vollzeitposten und Aufstiegschancen, während andere Überstunden anhäufen und die Karriereleiter erklimmen."

"Und einige versuchen gar noch, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, indem sie etwa die vorzeitige Angleichung des Frauenpensionsalters verlangen. Wissen diese Leute nicht, dass die Hälfte der Frauen krank oder arbeitslos sind, wenn sie in Pension gehen? Wie und wo sollen diese Frauen länger arbeiten?", so Heinisch-Hosek. Ebenso sei die Forderung nach weiterer Flexibilisierung der Arbeitszeit für Frauen oft eine allzu große Herausforderung: "Flexibilität ist jetzt schon sehr dehnbar, wie sollen Frauen das mit Familie und Kindern bewerkstelligen? Oder denken Sie an die Alleinerziehende, die eigentlich gern länger arbeiten würde, aber gleichzeitig keine Betreuung für ihr Kind findet, weil der Kindergarten zu Mittag zusperrt."

"Wir haben für Frauen in der Arbeitswelt einiges weitergebracht und etwa mit der Einführung des Einkommensberichtes einen Hebel angesetzt. Doch das Instrument ist ausbaufähig. So sollten auch kleine Unternehmen miteinbezogen werden", sagte die Frauenministerin. Ebenso sei der weitere Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen dringend notwendig.

Heinisch-Hosek sprach auch die Problematik der ungleichen Aufteilung der Arbeit an: "Die einen häufen Überstunden an, während viele Frauen nicht aus ihren Teilzeitpositionen heraus finden und von ihrem Lohn nicht leben können. Derzeit werden in Österreich jährlich drei Millionen Überstunden um 70 Millionen Euro geleistet. Daher bin ich für die Einführung eines Gesundheitseuros. Das heißt für jede Überstunde wird ein Euro abgezwackt und soll in arbeitsmarktpolitische oder gesundheitsfördernde Maßnahmen investiert werden."

Zuletzt bekräftigte die Frauenministerin auch ihre Unterstützung für die Forderung nach einem Mindestlohn von 1.500 Euro. "Es ist noch ein weiter Weg zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen. Daher dürfen wir schon gar nicht zulassen, dass das Rad der Geschichte wieder zurückgedreht wird", schloss Heinisch-Hosek.

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