Ein lebensbedrohlicher "Tatort" für Adele Neuhauser

ORF-Premiere für Austrokrimi "Angezählt" mit Harald Krassnitzer am 15. September in ORF 2

Wien (OTS) - "Du kommst jetzt wieder runter auf eine professionelle Ebene." Mit aller Macht muss Chefinspektor Moritz Eisner seine Kollegin Bibi Fellner bremsen - denn am Sonntag, dem 15. September 2013, bekommen es die beiden um 20.15 Uhr in ORF 2 mit einem Fall zu tun, der Bibi nicht nur mitten ins Herz trifft, sondern für sie sogar lebensbedrohlich wird. Ein grausamer Mordanschlag, verübt durch einen Zwölfjährigen, führt Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser im neuen "Tatort"-Krimi "Angezählt" in ein mafiaähnliches, dunkles Milieu von Menschenhandel und Prostitution. In weiteren Rollen sind neben Harald Krassnitzer (auch ab 3. Oktober in der neuen ORF-Serie "Paul Kemp -Alles kein Problem" in ORF 2) und Adele Neuhauser in ihrem siebenten gemeinsamen "Tatort"-Fall (auch als Hörfilm) u. a. wieder Hubert Kramar, Stefan Puntigam und Thomas Stipsits sowie Abdul Kadir Tuncel, Murat Üregen und Daniela Golpashin zu sehen. Regie führte Sabine Derflinger nach einem Drehbuch von Martin Ambrosch.

Harald Krassnitzer: "Frauen besser schützen"

Was sich hinter dem Titel verbirgt? "'Angezählt' ist ein Begriff, der im Boxermilieu verwendet wird, wenn jemand niedergeschlagen wird, am Boden landet, vom Ringrichter eben angezählt wird und dann einen bestimmten Zeitraum hat, um wieder auf die Beine zu kommen. Und dieses 'Angezählt' ist sozusagen der Spielraum, den unser Verdächtiger hat, der zwar nicht direkt aus der Box-, aber aus der Martial-Arts-Szene kommt, und aus diesem Bereich ist der Titel auch ein bisschen entliehen", erklärt Krassnitzer und zieht einen Vergleich zum Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution im realen Leben, denn hier ist die Polizeiarbeit besonders schwierig. "Ich glaube, dass es in erster Linie um eine massivere Polizeipräsenz geht sowie um erweiterte Gesetzgebungen, die diese Frauen besser schützen. Dazu kommt, dass sie zum Teil in mafiösen Strukturen arbeiten, so dass sie sich oft gar nicht auszusagen trauen. Das macht die Polizeiarbeit noch komplizierter. Viele dieser Frauen kommen aus Bulgarien, Rumänien oder etwa Moldawien, und da gibt es noch nicht wirklich diese übergreifende, europäische Kooperation."

Adele Neuhauser: Tiefe Betroffenheit und schlaflose Nächte

Für Bibi Fellner beginnt in diesem neuen Fall eine - im wahrsten Sinne des Wortes - schmerzhafte Reise in die Vergangenheit. Zum einen muss sie den Mord an einer bulgarischen Ex-Prostituierten aufklären, die sie persönlich gut gekannt hat und für deren Tod sie sich nun in gewisser Weise mitverantwortlich fühlt. Denn der Hilferuf auf ihrem Handy hat Bibi Fellner nicht erreicht, weil die Rufnummer unterdrückt war und sie deshalb das Gespräch nicht angenommen hat. Zum anderen versucht Bibi, mit Hilfe einer Therapie ihre Kindheit und Jugend zu verarbeiten, die vom frühen Tod der Mutter überschattet wurde. Umso berührender tröstet sie den zwölfjährigen Ivo, den minderjährigen Täter: "Viele haben es schwer, nicht so schwer wie du vielleicht. Aber auch, wenn man es ganz besonders schwer hat, muss man kein schlechter Mensch werden. Und auch wenn man schon etwas ganz Schlimmes gemacht hat, kann man es wieder gutmachen. Teilweise zumindest ..." Das Schicksal des Zwölfjährigen bewegt nicht nur Bibi Fellner, sondern geht auch Schauspielerin Adele Neuhauser sehr nahe:
"Diese Geschichte hat mich sehr berührt und nachhaltig beschäftigt! Das war kein alltäglicher 'Tatort' für mich. Auch heute noch, wenn ich darüber nachdenke, fühle ich eine tiefe Betroffenheit. Nicht zu reden von einigen schlaflosen Nächten während der Drehzeit. Ein Minderjähriger, der von skrupellosen Verbrechern instrumentalisiert wird und eine so grausame Tat begeht, das ist ein außergewöhnlicher Fall. Mit einem monströsen Täter konfrontiert zu sein, der ein Kind ist, und der Umgang mit ihm sowie die Konfrontation mit den Schuldigen stellen Bibi Fellner vor eine Zerreißprobe."

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Mit einer mit Benzin gefüllten Wasser-Pumpgun besprüht der zwölfjährige Ivo (Abdul Kadir Tuncel) von seinem BMX-Rad aus eine auf der Straße stehende und rauchende Ex-Prostituierte, die sofort in Flammen aufgeht und ihren Verbrennungen erliegt. Der Bub wird gefasst, ist aber nicht strafmündig. Bibi Fellner (Adele Neuhauser), ehemals Polizistin bei der Sitte, ist - ganz im Gegensatz zu Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) - mit dem ihr über Jahrzehnte bekannten Milieu rasch wieder vertraut. Doch die Szene ist um vieles grausamer geworden. Ivos Mutter steht Tag für Tag am Straßenstrich, gezwungen wird sie dazu wie auch einige andere Frauen von Zuhälter Aziz (Murathan Muslu). Doch von wem hat sich der Bub zu einer derart grausamen Tat überreden lassen und warum? Der Zwölfjährige schweigt beharrlich. Trotzdem gehen die Ermittler davon aus, dass der Anstifter zu dieser Tat den Täter aus dem Weg räumen wollte. Bibi bringt Ivo deshalb in ein Heim für sozial geschädigte Kinder. Doch von dort verschwindet er noch in der ersten Nacht. Die Ermittler nehmen die Suche durch die ganze Stadt auf, bis sich schließlich über Ivos Mutter und deren Zuhälter eine Verbindung zu dem Opfer des Brandanschlags herstellen lässt. Als der Bub bei Bibis Wohnung auftaucht und sie ihn heimlich bei sich aufnimmt, gerät Moritz Eisner nicht nur in einen Konflikt mit seiner Kollegin, sondern auch mit seinem Gewissen. Und als die Auftraggeber schließlich herausfinden, wo sich Ivo befindet, wird es für Bibi lebensgefährlich.

"Tatort - Angezählt" ist eine Produktion des ORF, hergestellt von Superfilm.

"Tatort" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf http://tvthek.ORF.at abrufbar.

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