"Orientierung" am 15. September: Kurswechsel im Vatikan?

Neue "Nummer 2" eröffnet Debatte über Zölibat

Wien (OTS) - Christoph Riedl präsentiert im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 15. September 2013, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Kurswechsel im Vatikan? Neue "Nummer 2" eröffnet Debatte über Zölibat

In wenigen Wochen, Mitte Oktober, wird er sein neues Amt antreten, doch schon vorab sorgt Pietro Parolin, designierter Staatssekretär des Vatikans und damit auch neuer "Regierungschef" des Kirchenstaats, für Aufsehen: In einem Interview mit einer venezolanischen Tagezeitung sprach er davon, dass der Zölibat - die verpflichtende Ehelosigkeit für römisch-katholische Priester - "weder ein Dogma noch ein Gesetz göttlichen Ursprungs und so offen für Diskussionen" sei. Damit scheint ein Diskurs wiederbelebt zu werden, der in der Amtszeit von Benedikt XVI. als unerwünscht galt. Ein Bericht von Mathilde Schwabeneder.

Im ORF-Schaltgespräch zum Thema "Zölibat": der Religionssoziologe und Pastoraltheologe Paul M. Zulehner.

Wer darf ins Land? 500 Syrien-Flüchtlinge in Österreich erwartet

Rafi Mhanna ist 22 Jahre alt, Christ und Syrer. Als Soldat der syrischen Armee fiel er in die Hände von Rebellen. Wochenlang erlebte er "die Hölle": Viele gefangene Soldaten wurden von den Aufständischen gefoltert, dann erschossen. Seinem Onkel Mithal - er lebt seit Jahren in Wien - hat es Rafi Mhanna zu verdanken, dass er noch am Leben ist: Er nahm mit den Aufständischen Kontakt auf. Ihm gelang es, seinen Neffen freizukaufen und nach Österreich zu bringen. Als Schutzbedürftiger lebt Rafi Mhanna nun hier, wartet darauf, dass ihm Asyl gewährt wird. Gleichzeitig verfolgt er, gemeinsam mit seinem Onkel, die Debatte darüber, nach welchen "Kriterien der Schutzbedürftigkeit" schon demnächst 500 Flüchtlinge aus Syrien nach Österreich gebracht werden sollen. Im "Orientierung"-Gespräch:
Chorepiskopos Emanuel Aydin von der syrisch-orthodoxen Kirche in Österreich, außerdem der aus Syrien stammende Islamwissenschafter Bassam Kabani und der gebürtige Syrer und ehemalige Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh. Ein Bericht von Klaus Ther.

Aufstand des Anstands? Mexikaner wehren sich gegen korruptes System

Was tun, wenn Exsoldaten zu Drogenhändlern werden, die offizielle Polizei mit Dealern paktiert und die Justiz ihren Verpflichtungen nicht nachkommt? Seit vielen Jahren schon erlebt die mexikanische Bevölkerung ein Versagen des politischen Systems. Rund 60.000 Menschenleben hat der "Drogenkrieg" im Land allein in den vergangenen fünf Jahren gekostet. Die Antwort von Teilen der Bevölkerung: Sie organisieren sich selbst, übernehmen Aufgaben, die eigentlich dem Staat vorbehalten wären. So geschehen etwa in zahlreichen mehrheitlich indigenen Gemeinden im Hochland des Bundesstaats Guerrero, wo einfache Bürgerinnen und Bürger - teils auch mit Unterstützung von katholischen Geistlichen - ihre eigene Gemeindepolizei gegründet und eine eigenständige Gerichtsbarkeit entwickelt haben. Ein Bericht von Leo Gabriel.

Film "Population Boom": Wider die Mär von der Überbevölkerung

Mehr als sieben Milliarden Menschen bevölkern die Erde - und es werden täglich mehr. "Überbevölkerung" heißt das Stichwort, das oft gemeinsam mit "Hungerkatastrophen und Umweltproblemen" genannt wird. Doch leben tatsächlich zu viele Menschen auf dem blauen Planeten? Der österreichische Filmemacher Werner Boote ("Plastic Planet" - im "dok.film" am Sonntag, dem 15. September, um 23.05 Uhr in ORF 2 zu sehen) wollte es wissen und hat in zahlreichen Ländern nachgefragt. Entstanden ist daraus der Film "Population Boom", koproduziert vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens und ab dem 20. September in ausgewählten heimischen Kinos zu sehen. Der Film zeige, dass "keine Überbevölkerung vorhanden ist", sagt Michael Bubik. Er ist Geschäftsführer des evangelischen Hilfswerks "Diakonie - Eine Welt" und Initiator des Projekts "fairshare", mit dem aufgezeigt werden soll, wie Ressourcen gerecht verteilt werden können. Ein Bericht von Sandra Szabo und Maria Katharina Moser.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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