Hochwachwasserschutz: Mitfinanzierung durch Bund absichern

Wichtiger Schritt für mehr Hochwassersicherheit an der Ill in Bludesch - LH Wallner: Fördergelder des Bundes müssen fließen

Bludesch (OTS/VLK) - Nach 27 Monaten Bauzeit konnte am Freitag (13. September) der erfolgreiche Abschluss von zwei Hochwasserschutzprojekten in Bludesch gefeiert werden. In der Ortsparzelle Gais beim Dabaladabach ist ein Hochwasserrückhalt mit einem Gesamtfassungsvermögen von 600.000 Kubikmetern Wasser errichtet worden. Als weitere Maßnahme wurde der Sohlabsturz in der Ill in eine aufgelöste Sohlrampe umgewandelt. Gesamt sind rund elf Millionen Euro verbaut worden. "Die erfolgreiche Umsetzung ist das Resultat einer guten Zusammenarbeit zwischen Bund, Land, Gemeinde Bludesch und Wasserverband Ill-Walgau", betonten Landeshauptmann Markus Wallner und Umweltlandesrat Erich Schwärzler bei der Eröffnung. Wallner erinnerte den Bund aber auch daran, die in Aussicht gestellte Mittelerhöhung im Bereich des Hochwasserschutzes in die Tat umzusetzen.

Für Wallner und Schwärzler hat der Hochwasserschutz in Vorarlberg weiter allerhöchste Priorität. Allein 2013 stehen für den Ausbau der Hochwassersicherheit im Land Mittel in der Höhe von rund 33 Millionen Euro bereit. Nach wie vor finanzieren Land und Gemeinden die Mittel des Bundes vor. Wallner erinnerte bei der Eröffnung des Projekts in Bludesch den Bund einmal mehr daran, die zugesagten Fördergelder fließen zu lassen: "Der Bund hat den Bundesländern ab 2014 statt bisher rund 140 Millionen Euro pro Jahr eine Erhöhung auf 200 Millionen Euro zugesagt. Dieser Absichtserklärung müssen Taten folgen. Wir müssen an die konkrete Ausarbeitung einer 15a-Vereinbarung gehen", appellierte Wallner Richtung Bund.

Investitionen, die sich auszahlen

Wie wichtig derartige Investitionen sind, hätte sich zuletzt Ende Mai dieses Jahres während der heftigen Unwetter gezeigt, erinnerte Wallner: "Neben den hochwertigen und gut ausgebauten regionalen Sicherheitsstrukturen haben sich damals ebenso die im Land umgesetzten Hochwasserschutz-Anlagen bestens bewährt und absolut bezahlt gemacht. Schlimmere Szenarien konnten so von Vorarlberg abgewendet werden". Rund 180 Millionen Euro sind in Vorarlberg seit dem Jahr 2005 bis inklusive des laufenden Jahres in Hochwasserschutzmaßnahmen verbaut worden, 45,5 Millionen Euro schultert das Land.

"Mehr Raum für Flüsse und Hochwasser"

Für Umweltlandesrat Erich Schwärzler lautet die zentrale Botschaft für einen modernen, nachhaltigen Schutzwasserbau: "Mehr Raum für Flüsse und Hochwasser". Der Fokus liege auf vorhandenen, nicht besiedelten Freiflächen, die im Ernstfall gewaltigen Wassermassen Raum zur Ausdehnung bieten können - ohne vor Ort gröbere Schäden zu verursachen. "Mit der Sicherung von vorhandenen natürlichen Überflutungsflächen und von Freiflächen, die sich für einen Hochwasserrückhalt sowie einen zukünftigen Gewässerausbau eignen, wird einerseits das Zerstörungspotential verlagert und andererseits die Bedrohungslage für die Siedlungsräume so weit wie möglich verringert", erklärte der Landesrat. In Vorarlberg würden daher Wasserwirtschaft und Raumplanung eng zusammenarbeiten.

Projekt Bludesch-Gais als konkretes Beispiel

Das erfolgreich abgeschlossene Projekt in Bludesch-Gais steht für Wallner und Schwärzler beispielhaft für viele andere in Vorarlberg umgesetzten Hochwasserschutzmaßnahmen mit flächenhaften Rückhalteanlagen. In den vier neu angelegten Retentionsbecken können rund 600.000 Kubikmetern Wasser zurückgehalten werden und nach Abklingen einer prekären Hochwassersituation über den Dabaladabach wieder der Ill zugeleitet werden. Neben einem deutlich erhöhten Schutz für die unmittelbaren Siedlungs- und Gewerbegebiete in Bludesch profitieren vom Projekt auch die flussabwärts gelegenen Gemeinden Schlins, Satteins, Nenzing, Frastanz, Göfis und Feldkirch. Mit der neuen Sohlrampe konnte darüber hinaus eine ökologische Verbesserung erzielt werden. Von den Baukosten in Höhe von rund elf Millionen Euro trägt das Land 40 Prozent. Der 2010 gegründete Wasserverband Ill-Walgau steuert zehn Prozent bei, die übrigen 50 Prozent werden vom Bund übernommen.

Landeshauptmann Wallner und Umweltlandesrat Schwärzler dankten abschließend allen Partnern, insbesondere dem Wasserverband mit Stadtrat Rainer Keckeis an der Spitze.

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