Wirt auf Wiener Wies'n verlangt 1.000 Euro Kaution von seinen KellnerInnen

AKNÖ-Kritik: Gastro-Betrieb aus Amstetten nützt für Praterfest Gesetzeslücke aus

Wien (OTS) - Ein Unternehmen aus Niederösterreich, das ein Gastrozelt auf dem Wiener Oktoberfest, der "Wiener Wies'n", betreibt, verlangt von seinen MitarbeiterInnen vor Dienstantritt 1.000 Euro Kaution. AKNÖ-Arbeitsrechtsexpertin Mag. Doris Rauscher-Kalod: "Hier wurde totes Recht aus dem Ständestaat aus der Mottenkiste geholt. Das hat mit einem seriösen Dienstverhältnis nichts zu tun."

Der Dienstvertrag, der der AKNÖ vorliegt, beinhaltet eine Reihe weiterer unfairer Klauseln: So müssen die KellnerInnen Getränke und Speisen zuerst vom Dienstgeber einkaufen und anschließend an die Wies'n-Gäste weiterverkaufen.

KellnerInnen müssen als Zwischenhändler auftreten Die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis soll dann den Monatslohn ergeben. Rauscher-Kalod: "Es gibt keinen Kollektivvertrag, der GastronomiearbeiterInnen zu SubunternehmerInnen macht. Diese Vertragskonstruktion bricht alle Regeln zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn." Noch eine Bestimmung löst bei den AKNÖ-ArbeitsrechtsexpertInnen Kopfschütteln aus: Das Fest auf der Wiener Praterwiese dauert 16 Tage, anschließend verpflichten sich die Beschäftigten "in allen bestehenden und künftigen Betriebsstätten des Arbeitgebers" zu arbeiten.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Doris Rauscher-Kalod, Arbeiterkammer Niederösterreich, Abt. Arbeits- und Sozialrecht, Tel. 05-7171-1410

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