ASFINAG: 10 Jahre Section Control

Die präventive Wirkung als Erfolgsrezept für mehr Verkehrssicherheit

Wien (OTS) - Seit zehn Jahren sind sie in Betrieb - seit zehn Jahren sind Section Control Anlagen ein Er-folgsrezept: In Zahlen bedeutet das, dass sich in Section Control Abschnitten die Durch-schnittsgeschwindigkeit von Pkw um zehn km/h, die von Lkw um 15 km/h verringert hat. Die erste Anlage wurde in Wien auf der A 22 Donauufer Autobahn im Tunnel Kaisermühlen im September 2003 installiert. Und seit damals gab es keinen tödlichen Unfall mehr wegen zu hoher Geschwindigkeit! Insgesamt sind die Unfälle im Kaisermühlen Tunnel um 50 Prozent zurückgegangen. Derzeit sind vier Streckenabschnitte mit Section Control Anlagen ausgestat-tet. Und auch dort zeigen die Unfallzahlen einen Rückgang um durchschnittlich 50 Prozent. Passierten beispielsweise im Plabutschtunnel in den letzten Jahren fünf tödliche Unfälle we-gen Schnellfahren, gab es seit der Einführung der Section Control im Jahr 2011 keinen der-artigen Unfall mehr. "Das ist ein enormer Schritt zur Hebung der Verkehrssicherheit", sind sich Alois Schedl, ASFINAG Vorstand und Josef Fiala als verantwortlicher ASFINAG Ge-schäftsführer einig. Zum Einsatz kommen Section Control Anlagen überall dort, wo konventi-onelle Maßnahmen zur Temporeduktion keinen Erfolg zeigen. Schedl ergänzt: "Diese Anlagen sind zwar nicht billig, aber jede stationäre, also fixe Anlage, ist eine nachhaltige Investition in die Verkehrssicherheit." Noch heuer wird der Tunnel Bindermichl auf der der A 7 Mühlkreis Autobahn ebenfalls mit einer fixen Section Control Anlage ausgestattet.

Section Control Anlagen sind aus einem einfachen Grund wirkungsvoll:
"Diese Art der Geschwindig-keitsüberwachung hat in erster Linie präventive Wirkung", erklärt Josef Fiala. "Die dadurch entste-hende Tempomoral trägt maßgeblich zur Erhöhung der Sicherheit unserer Autofahrer bei." Die Praxis zeigt, dass Geschwindigkeitskontrollen über einen bestimmten Streckenabschnitt den Verkehr - an-ders als Radaranlagen - harmonisieren. Aber erst wenn weder bauliche Maßnahmen noch Ge-schwindigkeitsreduktionen greifen, wird auf die elektronische Streckenüberwachung zurückgegriffen. Schedl dazu: "Wir bauen sichere Autobahnen und Schnellstraßen aber wenn trotz aller Maßnahmen die Lenker ihre Eigenverantwortung nicht wahrnehmen, ist die letzte Möglichkeit die Installation einer Section Control Überwachung".

Fixe Section Control Anlagen
Insgesamt vier Anlagen wachen am hochrangigen Netz über die Einhaltung der erlaubten Höchstge-schwindigkeit. In Wien im Kaisermühlentunnel, in Niederösterreich auf der A 2 Süd Autobahn zwi-schen Krumbach und Grimmenstein und in den beiden Tunnel Ehrentalerberg - A 2 in Kärnten - und Plabutsch auf der A 9 Pyhrn Autobahn. Die Anlage im Plabutsch ist die jüngste Anlage. Seit Oktober 2011 ist sie im zehn Kilometer langen Tunnel aktiv. Das hohe Verkehrsaufkommen, der hohe Anteil an Schwerverkehr von 13 Prozent und fünf tödliche Unfälle in den letzten Jahren waren der Anstoß für die dortige Streckenüberwachung. Fiala dazu: "Glücklicher Weise verzeichnen wir seit Inbetrieb-nahme der Section Control im Plabutschtunnel bisher nur Sachschäden, das ist ein Meilenstein in der Sicherheit des Plabutschtunnel".

Mobile Verkehrssicherheit - Section Control für Baustellen
Section Control Anlagen machen Baustellen sicher. Der Einsatz von mobilen Section Control Anlagen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in langen oder stark frequentierten Baustellenbereichen hat sich ebenfalls bewährt. So wurden in den vergangenen Jahren große Baustellen wie die Generalsanierung der A 2 Laßnitzhöhe bei Graz, der Ausbau auf der A 1 West Autobahn zwischen Ybbs und Amstetten Ost oder auch jene in der A 23 Hanssonkurve in Wien erfolgreich mittels einer mobilen Section Control überwacht. Die ASFINAG verfügt über zwei mobile Section Control Anlagen. Eine ist derzeit in der neuen Röhre des Bosrucktunnels installiert, der bis zur Fertigstellung der Sanierung der "alten" Röhre als Gegenverkehrstunnel geführt wird Die zweite mobile Section Contro Anlage wird ihren Dienst während der Sanierung der Tunnelkette Klagenfurt verrichten. Wie bei den stationären Anlagen auch, hat ausschließlich die Exekutive Zugriff auf die aufgezeichneten Übertretungsdaten und nur die jeweils zuständige Landesverkehrsbehörde führt die Geschwindigkeitsüberwachungen und bei Übertretungen auch die Verwaltungsstrafverfahren durch.

Wann kommt eine Section Control?
"Die Sicherheit auf unserem Netz ist uns extrem wichtig", betont Alois Schedl. "Wir setzen eine Sec-tion Control überall dort ein, wo die Unfallzahlen spürbar aus der Norm sind." Aber auch andere Rahmenbedingungen, die sich folgenschwer negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken - wie ein hoher Lkw-Anteil oder eine kurvenreiche Streckenführung - können ausschlaggebend für eine Sec-tion Control Anlagen sein. "Eine vollständige, netzübergreifende Kontrolle wie es etwa in Italien üblich ist, wird es für Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen jedoch nicht geben", ergänzt Vorstand Schedl. "Unsere Autobahnen sind sehr sicher. Wir wollen keine Totalüberwachung, wir setzen auf die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer und investieren daher auch verstärkt in Be-wusstseinsbildende Maßnahmen".

So funktioniert die Section Control
Das Fahrzeug wird samt Kennzeichen und Durchfahrtszeitpunkt bei der Einfahrt in den Überwa-chungsabschnitt aufgenommen. Bei der Ausfahrt wird das Fahrzeug erneut inklusive Zeitstempel aufgezeichnet. Nach dem Vergleich der Zeitstempel und unter Berücksichtigung der geeichten zu-rückgelegten Wegstrecke wird die Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeugs - abzüglich etwaiger Messtoleranzen - ermittelt. Überschreitungen werden von der Polizei gespeichert und entsprechen-den geahndet. Ist keine Überschreitung gegeben, werden die Daten sofort gelöscht. Die Section Control ist in der Lage zwischen ein- und mehrspurigen Fahrzeugen zu unterscheiden. So können auch verschiedene - von der Fahrzeugklasse abhängige -Geschwindigkeitsbeschränkungen über-wacht werden (Motorräder vs. Pkw, Lkw und Busse)

Section Control und der Datenschutz
Fiala erklärt: "Wir tragen die Anschaffungskosten der Section Control Anlagen und stellen sicher, dass sie funktionieren. Nur die Polizei hat Zugriff auf die Daten und auch nur die Polizei verhängt bei Geschwindigkeitsübertretungen Strafen". Die jeweils zuständige Landesverkehrsbehörde führt die Geschwindigkeitsüberwachungen und bei Übertretungen auch die Verwaltungsstrafverfahren durch. Die Landesverkehrsbehörden erstatten ebenfalls die notwendigen Datenschutzmeldungen. Die auf-gezeichneten Übertretungen - und nur solche werden länger als fünf Minuten gespeichert - werden von der Polizei ausgewertet und der Bezirkshauptmannschaft beziehungsweise dem Magistrat zur Strafverfolgung weitergeleitet.

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