Emissionshandelszuteilung: FV Steine-Keramik kritisiert die Anwendung bereits für 2013

Produzierende Baustoffindustrie muss heuer bereits mit 5,73 Prozent weniger Zertifikaten auskommen

Wien (OTS/PWK627) - Am 5. September wurde die gesamte Zuteilung
für die dritte Emissionshandelsperiode ETS gemeinsam mit dem auf Artikel 10a(5) ETS-Richtlinie 2003/87/EC basierenden sektoralen Korrekturfaktor bekannt gegeben. Österreichs Baustoffindustrie muss zur Kenntnis nehmen, dass die österreichische Gesamtzuteilung deutlich unter den von ausgewiesenen Experten prognostizierten Angaben liegt. Sie ist um rund 3,5 Mio. Zertifikate niedriger als bisher angenommen.

Der Fachverband Steine-Keramik stellt weiter mit Bedauern fest, dass auch der sektorale Korrekturfaktor mit durchschnittlich minus 12% über die Periode sehr hoch ausgefallen ist. Besonders wird die Tatsache kritisiert, dass trotz der extrem verspäteten Veröffentlichung durch die EU-Kommission der Korrekturfaktor bereits noch heuer zur Anwendung kommen soll. "Es ist ein unzumutbarer Zustand, dass das Zuteilungsergebnis erst im letzten Jahresdrittel veröffentlicht wird, noch dazu mit wesentlichen Auswirkungen. Die betriebswirtschaftliche Jahresplanung der Unternehmen wird massiv im Nachhinein negativ beeinflusst. Das ist wieder einmal ein klares Signal der Politik, dass eine Ent-Industrialisierung Europas angezielt wird. Ich bin neugierig, wer in Zukunft für Arbeitsplätze Sorge tragen wird", so der stellvertretende Fachverbandsobmann Robert Schmid.

Das bedeutet, dass die emissionshandelspflichtige produzierende Baustoffindustrie bereits 2013 mit -5,73% weniger Zertifikaten auskommen muss. Angesichts der immer noch schwächelnden Wirtschaft und der Zaghaftigkeit des angekündigten Aufschwungs stellt dies eine ungeplante finanzielle Mehrbelastung über die nächsten acht Jahre dar. Der Fachverband Steine-Keramik kritisiert besonders, dass der Korrekturfaktor im Lichte einer möglichen Veränderung der Carbon Leakage Liste 2014 jederzeit überarbeitet werden kann. "Weiteren Verschärfungen sind dadurch Tür und Tor geöffnet", so FV-Geschäftsführer Andreas Pfeiler. (us)

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