- 11.09.2013, 12:13:52
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Faymann/Hundstorfer präsentieren 10-Punkte-Programm für weitere Stärkung der Lehrlingsausbildung
Wien (OTS) - "Das österreichische Lehrlingsmodell ist vorbildhaft in
Europa", versicherte Bundeskanzler Werner Faymann während eines
gemeinsamen Betriebsbesuchs mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer in
der Tiroler Rohre GmbH in Hall in Tirol. Um das Lehrlingssystem
weiter zu stärken und auszubauen stellten Faymann und Hundstorfer ein
Lehrlingspaket mit zehn Punkten vor. So plädiert der Bundeskanzler
für die Schaffung eines österreichweiten, branchenbezogenen
Ausbildungsfonds. Weiter sprach sich Faymann für ein österreichweit
einheitliches Qualitätssiegel für die Lehrausbildung mit regelmäßigen
Überprüfungen der Standards durch Sozialpartner aus. Betriebe, die
Lehrlinge ausbilden, sollen bei Direktvergaben von öffentlichen
Aufträgen stärker berücksichtigt werden. Außerdem gibt es seit 1
August 2013 eine zusätzliche Förderung für Betriebe, die Lehrlinge
aus der überbetrieblichen Ausbildung übernehmen. Die Höhe der
Förderung beträgt 1.000 Euro mit einer Behaltefrist von einem Jahr.
Sozialminister Hundstorfer stellte als fünften Punkt die Förderung
des Besuchs von Vorbereitungskursen für die Lehrabschlussprüfung vor.
Dafür gibt es seit 1. September 2013 eine Unterstützung in der Höhe
250 Euro pro Kurs. Fällt ein Lehrling bei der Abschlussprüfung durch,
dann werden auch die Kosten für die Prüfung bei wiederholtem Antreten
gefördert. Unterstützung gibt es weiters bei der Teilnahme an
internationalen Berufswettbewerben - die Lehrlingsentschädigung an
Wettkampf- und Trainingstagen wird dann vom Staat übernommen. Die
Qualitätsstandards der betrieblichen Ausbildung werden bereits in
Pilotprojekten durch ergänzende Maßnahmen gesichert bzw. gesteigert.
Die Infrastruktur im Berufsschulwesen soll auf den modernsten Stand
gebracht werden und das Modell Lehre und Matura wird
weiterentwickelt. In der Überlegung stehen Erfolgsprämien über den
Ausbildungsfonds. Als letzten und zehnten Punkt hob der
Sozialminister die Lehrlingsoffensive im Bundesdienst hervor. Zurzeit
werden 1.350 Lehrlinge im Bund ausgebildet, vor zehn Jahren waren es
nur 270. "Die Übernahme von Lehrlingen ist vom aktuellen
Aufnahmestopp ausgenommen und weiterhin möglich", unterstrich
Hundstorfer.
"Mit dem Ausbildungsfonds soll die Qualität der betrieblichen
Lehrlingsausbildung weiter verbessert werden", so Faymann. Zusätzlich
zur bestehenden gesetzlichen betrieblichen Lehrstellenförderung
sollen die betroffenen Sozialpartner neue Fördermöglichkeiten für
Lehrlinge und Lehrbetriebe branchenspezifisch prüfen und erarbeiten.
Zudem zeigte sich der Kanzler stolz auf die Ausbildungsgarantie, "wie
wir sie in Österreich haben. Sie ist mittlerweile zu einem
Exportschlager in ganz Europa geworden", so Faymann. 90 Prozent der
Lehrlinge werden in Betrieben ausgebildet, 10 Prozent in den
überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBA). "Unser Ziel ist es, noch
rascher den Übergang von den ÜBAs in die Betriebe zu schaffen",
erklärte Faymann. Mit 1.000 Euro an zusätzlicher Förderung verspricht
sich der Kanzler auch einen wirkungsvollen Anreiz, um dieses Ziel zu
erreichen.
"Eine gute Ausbildung steht im Zentrum unserer Arbeitsmarktpolitik.
Es soll jede Arbeitnehmerin, jeder Arbeitnehmer eine Beschäftigung
haben, von der sie oder er auch gut leben kann. Ein
12-Stunden-Arbeitstag ist nicht Teil von unserer Arbeitsmarktpolitik,
er ist eine Zumutung", unterstrich der Kanzler. Der Sozialminister
sagte abschließend: "Mit dem 10-Punkte-Programm zur Stärkung der
Lehrlingsausbildung wollen wir auch die Betriebe anregen und
unterstützen nicht nur nach mehr Fachkräften zu rufen, sondern, dass
sie vor allem selber dafür sorgen, dass die benötigten Fachkräfte
auch ausgebildet werden."
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