Kadenbach: Maßnahmen für effizienteren Dolmetschdienst im EU-Parlament

SPÖ-Europaabgeordnete sieht Sprachenvielfalt notwendig für europäische Demokratie - Deutsch zweitwichtigste Sprache im EU-Parlament

Wien (OTS/SK) - Heute stimmt das Europäische Parlament einen Bericht über vom Aussterben bedrohte Sprachen ab; gestern standen Maßnahmen für einen effizienteren und kostengünstigeren Dolmetschdienst im Europäischen Parlament auf der Tagesordnung. Die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach, Mitglied im Haushaltskontrollausschuss, sagt: "Die Sprachenvielfalt im Europäischen Parlament ist relevant für die demokratische Teilnahmemöglichkeit von Bürgerinnen und Bürgern. Das EU-Parlament ist Vorbild für viele andere politische Institutionen, was die Transparenz und Zugänglichkeit von Dokumenten betrifft. Nicht nur diverse Dokumente, auch Mitschnitte der Ausschuss- und Plenarsitzungen sind live im Internet in allen 24 Amtssprachen verfügbar. Gleichzeitig setzen wir aber auch Maßnahmen, um dieses Angebot so effizient und kostengünstig wie möglich zu gestalten." Es gehe auch darum, die Sprachenvielfalt in Europa zu erhalten und den Leitspruch der Europäischen Union "In Vielfalt geeint" zu beachten. ****

Neben den 24 Amtssprachen der Europäischen Union gibt es zusätzlich noch eine kleine Gruppe von Vertragssprachen. In ihnen liegen nur die EU-Verträge in offizieller Übersetzung vor, die Bürgerinnen und Bürger haben jedoch die Möglichkeit, sich an eine begrenzte Anzahl an europäischen Institutionen in diesen Sprachen zu wenden. Die anfallenden Übersetzungskosten werden dabei von den entsprechenden nationalen Regierungen übernommen. In Spanien handelt es sich um Baskisch, Katalanisch und Valencianisch sowie Galizisch, in Großbritannien um Walisisch. Insgesamt gibt es mehr als 100 verschiedenen Regional- und Minderheitensprachen in Europa.

Im Europäischen Parlament wurden im Zeitraum von 2009 bis Februar 2013 bei 5.263 Sitzungen umgerechnet rund 100.000 Dolmetschtage absolviert. Und im Plenum wurden im selben Zeitraum folgende Sprachen verwendet: 1) Englisch 29,1 Prozent, 2) Deutsch 13,6 Prozent, 3) Französisch 9,5 Prozent, 4) Italienisch 8,5 Prozent, 5) Polnisch 7,7 Prozent, 6) Spanisch 5,8 Prozent und alle weiteren Sprachen mit weniger als 5 Prozent Verwendung. (Schluss) bj/mp

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