Verein PFOTENHILFE informiert: Wildtier gefunden - was nun?

So helfen Sie den scheuen Wildtieren richtig

Wien (OTS) - Aufmerksame Finder haben bereits die ersten Igelbabies in die Pfotenhilfe Lochen gebracht um diese aus Angst vor ihrem Erfrierungstod im Winter zu bewahren. Was allerdings viele nicht bedenken ist, dass Igel zwischen August und September Nachwuchs haben und die Kleinen an und für sich noch genügend Zeit haben, um sich für den Winter reichlich Fettreserven anzufressen. Um sich über die kleinen stacheligen Findlinge Sorgen zu machen, ist es somit noch etwas zu früh.

Es stellt sich dadurch die Frage, ab wann man sich um vermutlich hilflose Wildtiere kümmern muss und wie diese überhaupt als solche zu identifizieren sind. Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Wildtiere, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen. "Bevor Sie einfach ein Wildtier berühren oder mitnehmen, rufen Sie am Besten eine Wildtierauffangstation oder bei uns in der Pfotenhilfe an. Die erfahrenen Pfleger können Ihnen mit wertvollen Ratschlägen zur Seite stehen, damit sie bei Notwendigkeit erste Schritte setzen können, ohne das Tier vielleicht sogar zu gefährden." rät Anna Schremser, Sprecherin des Vereins Pfotenhilfe.

Denn gerade bei Wildtierbabies ist es oftmals so, dass diese von ihrer Mutter stundenlang alleine im Gras liegen gelassen werden, wie es etwa beim Feldhasen der Fall ist. Feldhasenmütter legen nämlich ihre Jungen verteilt über ein größeres Areal ab und kommen nur zweimal am Tag zum Säugen. Der Nachwuchs ist also in der restlichen Zeit auf sich allein gestellt und durch sein regungsloses Verharren dicht am Boden und seinen noch nicht vorhandenen Eigengeruch sehr gut vor Fressfeinden geschützt. Wenn man also einen kleinen Feldhasen auch nur einmal kurz angreift, nimmt er den Geruch des Menschen an. Dadurch wird er von seiner Mutter nicht mehr angenommen und das Baby wäre somit dem sicheren Tod durch Verhungern ausgeliefert. Aber auch beispielsweise vorm Rehkitz sollte Abstand gehalten werden. Falsches Handeln ist strafbar und dem Tier ist damit nicht geholfen.

"Erst gestern wurde eine Igelmutter mit ihren sieben Jungen bei uns am Hof in Lochen abgegeben. Weitere sieben Igelbabies sind bereits seit letzter Woche unsere Schützlinge. In diesen Fällen ist es einerseits problematisch, die Mutter mit ihren Jungen aus der gewohnten Umgebung, sozusagen ihrem Nest zu entreißen und zu übersiedeln. Andererseits wurde bei den sieben Igelwaisen auch nicht die Umgebung nach deren Mutter abgesucht. Im Gegenteil - die Kleinen wurde sofort zu uns gebracht und nun sucht sie vielleicht ihre Mutter." erzählt Anna Schremser. "Wiegt ein Igel über 800 Gramm, ist das Überleben normalerweise gesichert. Und dieses Gewicht hätten etwa unsere Findlinge noch locker auch ohne unsere Hilfe erreicht." fügt Schremser hinzu. Denn der Winterschlaf bei Igeln beginnt im Normalfall erst Anfang November und dauert bis März. Igel sollten deshalb nicht voreilig mitgenommen werden. Es handelt sich hier um Wildtiere, die nur im Notfall, zum Beispiel bei Krankheit oder Schwäche, in menschliche Obhut genommen werden sollten und selbst dann ist es ratsam Experten zu Rate zu ziehen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Anna Schremser, Sprecherin Verein PFOTENHILFE
anna.schremser@pfotenhilfe.org
Tel.: 0664/848 5577, www.pfotenhilfe.org

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