ÖGJ zu Mitterlehner: Lehrstellenförderung komplett neu organisieren

Wenn alle Unternehmen Lehrlinge ausbilden, spart sich der Staat mehr Geld

Wien (OTS/ÖGB) - Betriebe, die einen Lehrling aus einer Überbetrieblichen Ausbildungseinrichtung (ÜBA) übernehmen, bekommen dafür künftig einen Bonus von 1.000 Euro. "Besser wäre es, wenn wieder mehr Betriebe Lehrlinge von Anfang an selbst ausbilden. Wenn die Unternehmen ihrer moralischen Ausbildungspflicht nachkommen würden, dann könnte sich der Staat wirklich Geld sparen, denn dann wäre die Überbetriebliche Lehrausbildung nicht mehr notwendig", sagt der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) Sascha Ernszt.

Bei der 1.000-Euro-Förderung für diese Übernahmen wird die ÖGJ besonders auf Kontrolle drängen. Ernszt: "Sonst droht Missbrauch:
Statt einen Bewerber gleich aufzunehmen, wird er in der ÜBA zwischengeparkt - mit dem Versprechen, dass er nach einiger Zeit dann in den Betrieb wechseln kann. Und die Firma streift die Förderung ein."

Seit 1980 ist die Zahl der Lehrstellen um ein Drittel zurückgegangen, gerade 20 Prozent der Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden könnten, tun das auch. "Das zeigt, dass vor allem auf der Seite der Wirtschaft einiges getan werden muss, damit die Zahl der Ausbildungsverweigerer unter den Unternehmen wieder sinkt", fordert der ÖGJ-Vorsitzende die Umsetzung der Fachkräftemilliarde.

Das ÖGJ-Konzept für eine Fachkräftemilliarde sieht vor, dass alle Unternehmen in einen Topf einzahlen, aus dem die tatsächlich ausbildenden Firmen gefördert werden. Gleichzeitig muss aber auch die Qualitätssicherung auf neue Beine gestellt werden. "Es soll nicht mehr jeder Betrieb ausbilden, wie er möchte", sagt Ernszt. "Wir brauchen Qualitätsmerkmale, an die auch die Lehrstellenförderung gekoppelt wird."

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