FP-Gudenus/Aigner: Wien im bildungspolitischen Chaos

Gesamtschule führt zu Zwei-Klassen-System

Wien (OTS/fpd) - PISA, TIMSS oder PIRLS - alle internationalen Vergleiche zeigen, dass das österreichische Bildungssystem am Boden liegt. Und SPÖ, Grüne und jetzt offenbar auch die ÖVP tun alles dafür, dass es auch nicht mehr auf die Beine kommt, kritisiert heute Wiens FPÖ-Klubobmann und stellvertretender Bundesobmann Mag. Johann Gudenus in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem klubunabhängigen Gemeinderat LAbg. Dr. Wolfgang Aigner.

Gebetsmühlenartig predigt die Linke seit vielen Jahren die Gesamtschule und sieht im weiteren Absenken des Leistungsniveaus den einzigen Ausweg aus der Misere. Jetzt scheint sich auch in der ÖVP eine Mehrheit dafür zu finden. Mit dem neuen Lehrerdienstrecht soll ein ganz wesentlicher Schritt in diese, unserer Ansicht nach, völlig falsche Richtung getan werden: Einheitslehrer sollen in Einheitsschulen junge Einheitsbürger produzieren, so Gudenus, "statt des derzeit durchschnittlichen sechsjährigen Studiums und dem verpflichtenden Praxisjahr soll künftig der Bachelor ausreichen, um in der AHS-Langform unterrichten zu dürfen. Die Nivellierung, die für unsere Kinder geplant ist, fängt also bei den Lehrern an. Angestrebt wird ein "Professor für alle und alles". Er ist schlechter ausgebildet, kann aber an sämtlichen Schulen und in sämtlichen Fächern eingesetzt werden. Er ist ein Grundpfeiler für die Gesamtschule."

Nicht nur in der Medizin, auch in der Bildung wird es also ein Zwei-Klassen-System geben. Wohlhabende Bürger werden ihre Kinder in teure, aber gute Privatschulen schicken, der Rest muss in den kostenlosen, schlechten öffentlichen Schulen versauern. Das ist unsozial! Die FPÖ steht daher weiterhin für die Wahlfreiheit unter den verschiedenen Schultypen - freilich unter Wahrung der Durchlässigkeit. Sie allein ist der Garant für eine zukunftsorientierte, differenzierte Bildungspolitik, die auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder eingeht, individuell Leistung fordert und Unterstützung anbietet, ist Gudenus überzeugt.

Wien ist Schlusslicht bei Bildungstests

Bildungspolitik erschöpft sich nicht in der Diskussion über die Schulform. Es gibt viele hausgemachte Probleme, wie uns die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern eindrucksvoll vor Augen führen: In Wien gibt es die meisten Nicht Genügend und Sitzenbleiber und die Stadt belegt bei den Bildungstests im Bundesländer-Ranking regelmäßig abgeschlagen den letzten Platz, ein Drittel der 14- bis 15-Jährigen kann nicht sinnerfassend lesen. Grund für die katastrophale Situation ist etwa der eklatante Lehrermangel. Außerdem werden Schüler in Wien zum überwiegenden Teil in desolaten Räumen oder gar in Containern unterrichtet, wo im Sommer Gluthitze, im Winter Eiseskälte herrscht.

Das wohl gravierendste Problemfeld sind die miserablen Deutsch-Kenntnisse, mit denen besonders ausländische Kinder in Wien in die Schule geschickt werden und die das Gesamtniveau senken. Wie den Ergebnissen des TIMSS-Tests zu entnehmen ist, fallen ausländische Kinder bereits in der Volksschule hinter die Lernleistung der einheimischen zurück und holen das auch nie wieder auf. In den Wiener Klassenzimmern sprechen jeweils bis zu 90 Prozent der Schüler nur gebrochen oder gar nicht Deutsch. Die FPÖ fordert daher "Erst Deutsch, dann Schule!" und "Deutsch als Pausensprache!" Es darf nicht sein, dass des Deutschen mächtige, leistungsfähige Kinder von anderen in ihrem Fortkommen behindert werden. Ausreichende Sprachkenntnisse sind sowohl beim Schuleintritt als auch -austritt nachzuweisen, damit die Kinder später entsprechende Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, fordert Gudenus.

Aigner für vielfältiges, leistungsorientiertes, durchlässiges Schulsystem

"Wie nah ist die Gesamtschule?" fragte die Presse vor kurzem. Im Licht der durchgeführten Schulreformen der letzten Jahre muss man leider sagen: sehr nahe! Alle Reformen der rot-schwarzen Koalition waren Bausteine am Weg zur Einheitsschule, alle Beschlüsse wurden mit Zustimmung der ÖVP gefasst, die nach außen so tut, als stünde sie zum Gymnasium, während sie sich aber intern immer weiter auf die gemeinsame Schule zubewegt, um nach der Wahl als Preis für die Fortsetzung der Koalition umzufallen, kritisiert der parteiunabhängige Gemeinderat, LAbg. Dr. Wolfgang Aigner, der einige Beispiele anführt:

  • Die Modularisierung der Oberstufe samt Zentralmatura, die schultypenübergreifend die Schule zur "Scheine-Sammelanstalt" verkommen lässt und keine Differenzierungen zulässt.
  • Die Lehrerausbildung und das geplante Dienstrecht, das den "Einheitslehrer" hervorbringt. Die Titelinflation (Professor für alle) kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die fachtheoretische Ausbildung zulasten der Pädagogik vernachlässigt wird. Ist das die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart?
  • Der Gesamtschulvirus wird im weiteren auch unsere erfolgreichen berufsbildenden mittleren und höheren Schulen hinwegraffen: Einheitsschule bis 18, Matura für alle, Bachelor für alle... hilft das dem Wirtschaftsstandort wirklich?

"Die Vielfalt der Begabungen unserer Schüler soll sich auch in einem vielfältigen, leistungsorientierten Schulsystem widerspiegeln. Ganz wesentlich ist es, dass dieses durchlässig ist. Die Gleichmacherei der Regierung führt im Endeffekt dazu, dass in Zukunft kommerzielle Privatschulen entstehen werden, die sich nur ganz wenige leisten können. Genauso sieht soziale Selektion aus, die man vorgibt, verhindern zu wollen", schließt Aigner. (Schluss) hn

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