Bundesminister Gerald Klug und PRO-GE Bundesvorsitzender Rainer Wimmer besuchten Neuman Aluminium in Marktl/Lilienfeld

Klares Nein zu mehr Arbeit und weniger Lohn

Wien (OTS/SK) - "Noch mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit schafft keine zusätzlichen Arbeitsplätze, sondern führt zu Lohneinbußen und mehr gesundheitlichen Belastungen", betonte Bundesminister Gerald Klug anlässlich des heutigen Betriebsbesuches beim Hauptsitz der Firma Neuman Aluminium in Marktl/Lilienfeld in Niederösterreich. ****

Das österreichische Arbeitszeitgesetz hat großen Spielraum für flexible Arbeitszeitgestaltung. Österreich hat neben Großbritannien mit 41,8 Stunden die zweitlängste durchschnittliche Arbeitszeit in der EU. "Ja, wir stehen zu dieser Regelung und damit zu dieser Flexibilität, aber bei fairem Ausgleich", unterstrich Bundesminister Klug. "Die, die behaupten, dass mehr Flexibilität mehr Arbeitsplätze schaffen würde, versuchen uns nur Sand in die Augen zu streuen. In Wahrheit wollen sie Kürzungen auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen vornehmen", stellte Klug klar.

Die Vorstöße der ÖVP, unter dem Deckmäntelchen der Arbeitszeitflexibilisierung die tägliche Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden auszudehnen, werden von der Gewerkschaft vehement abgelehnt. "Der legendäre Sozialminister Ferdinand Hanusch hat zu Beginn des letzten Jahrhunderts den Acht-Stunden-Tag eingeführt. Dass es jetzt Stimmen gibt, die den 12-Stunden-Tag einführen wollen, ist unverständlich. Lange Arbeitszeiten machen krank, das ist erwiesen. Erschwerte Bedingungen müssen deshalb mit mehr Freizeit abgegolten werden, damit die Beschäftigen gesund bleiben", betonte Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE.

Die Gewerkschaft will zudem ungerechtfertigte Unterschiede im Arbeitsrecht beseitigen. "Es gibt noch in einzelnen Branchen Kündigungsfristen von einem Tag. Dies darf es in einer modernen und fairen Arbeitswelt nicht mehr geben", sagte Wimmer. Neben den Kündigungsfristen betrifft dies etwa auch Unterschiede bei der Entgeltfortzahlung bei Krankheit, Gründe für Entlassungen, Unterschiede bei Arbeitsunfällen und Dienstverhinderungen. "Hier sind einheitliche Lösungen zu finden, die sich an den besten bestehenden Regelungen orientieren", betont der PRO-GE Vorsitzende.

Neuman Aluminium als Unternehmen mit mittelständischer Prägung produziert an neun Standorten in Europa, Nordamerika und Asien. Organisatorisch ist das Unternehmen in fünf Bereiche strukturiert:
Butzenherstellung, Strangpressen, Fließpressen, Dachöffnungssysteme und Chassiskomponenten. Es entwickelt Lösungen, u.a. für die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, die Elektrotechnik, die Sicherheitstechnik oder für die Verpackungsindustrie. Am Hauptsitz der Neuman Gruppe in Marktl/Lilienfeld sind 850 MitarbeiterInnen beschäftigt, davon 520 ArbeiterInnen. (Schluss) mo/mp

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