Intelligentes Design zur Inklusion visuell beeinträchtigter Menschen

Internationales Austauschforum: Experten diskutierten "verführerische" Design-Lösungen

Wien (OTS) - Organisiert vom Internationalen Institut für Informationsdesign(IIIDspace), dem Institut für Transportwirtschaft und Logistik der Wirtschaftsuniversität Wien und der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, fand von 4. bis 5. September 2013 im Designforum im Museumsquartier in Wien das zweite Austauschforum "space-x" statt. "Seduce" (verführen) war das Motto der diesjährigen Veranstaltung, an der rund 30 Fachleute (u. a. aus der Schweiz, Norwegen, Indien) aus den Bereichen Low-Vision, Design, Architektur, Transportwesen, Psychologie und Wirtschaft teilgenommen haben.

Wie sollten der öffentliche Raum und die Produkte des täglichen Lebens gestaltet werden, damit auch sehbehinderte Nutzer davon profitieren? Was kann Design zur Inklusion visuell beeinträchtigter Menschen beitragen? Das waren die wichtigsten Themen, die aus den unterschiedlichen Perspektiven diskutiert wurden. Der bekannte Schweizer Low-Vision-Experte Fritz Buser betonte die Wichtigkeit einer korrekten Beleuchtung und eines optimierten Farbkontrastes bei der Gestaltung und Einrichtung des öffentlichen Raumes: "Nur so können gefährliche Reflektionen und Spiegelungen vermieden werden."

Kjersti Visnes Øksenholt von der Forschungseinrichtung für Transportwesen aus Norwegen erläuterte, dass im Rahmen der Ideale des sogenannten "Universal Design" der öffentliche Raum so gestaltet werden sollte, dass sehbehinderte Menschen für ihre Orientierung möglichst wenig taktile Leitlinien benötigen.

Veronika Egger von der Beratungsfirma "is-design" beschäftigte sich mit der Bedeutung von "Inclusive Design": "Design soll nicht nur Nutzungsqualität erzeugen, sondern auch einen Perspektivenwechsel herbeiführen. Jenseits der selbstverständlichen Funktionalität und Benutzbarkeit muss ein Produkt, Objekt oder Gebäude auch attraktiv sein, damit es tatsächlich den Anspruch auf Inklusion erheben kann."

Aaron Banovics, Experte für barrierefreies visuelles Design und soziale Interaktion, unterstrich anhand aktueller Beispiele die Notwendigkeit, Elemente der barrierefreien Nutzbarkeit von Verkehrsbauten zur Verbesserung der Effektivität mit prognostizierten und beobachteten Verkehrsströmen abzustimmen.

Der Flughafen Wien lud die "Seduce"-Teilnehmer zu einer Führung durch den Terminal 3, um einige der bereits umgesetzten Maßnahmen zur Verbesserung des barrierefreien Designs zu präsentieren.

Die beiden Veranstaltungstage boten den Fachleuten die Chance, sich intensiv mit innovativen Ansätzen und zukunftsorientierten Perspektiven zum Thema Design und Sehbehinderung zu beschäftigen.

Fotos zur Veranstaltung gibt es unter
http://www.hilfsgemeinschaft.at/index.php?id=116#c2107

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