Neues Volksblatt: "Politiker & Kicker" von Markus EBERT

Ausgabe vom 9. September 2013

Linz (OTS) - Politikverdrossen seien die Österreicher, suggerieren Polit-Experten. Doch ganz so satt können die Menschen die Politik auch wieder nicht haben, jedenfalls sind die Quoten der bisherigern TV-Debatten im ORF respektabel. Mit einer Ausnahme (Faymann gegen Stronach) lagen die durchschnittlichen Zuschauerzahlen bei den Diskussionen der Spitzenkandidaten über 700.000.
Bemerkenswert daran ist: Politik schlägt Fußball. Obwohl es in der Kickerei angeblich kein brisanteres Länder-Duell gibt als jenes der Ösis gegen die Piefke, sahen sich das Spiel am Freitag auf ATV keine 700.000 Menschen an.
Für die Politiker wie die Kicker könnten diese Zahlen Ansporn sein. Die Fußballer sollten sich mehr anstrengen, um der Erwarungshaltung der Nation zumindest im morgigen Irland-Spiel gerecht zu werden, und die Politiker sollten alles tun, um mit niveauvollen Debatten das Zuseherinteresse hoch zu halten. Dazu gehört aber auch, in der Wahlauseinandersetzung nicht jegliches argumentative Niveau zu verlieren. Scharf im Ton ist schon recht, aber substanzlos in der Sache ist letztlich auch eine Missachtung der Wählerinnen und Wähler. Sie haben ein Recht darauf, Argumente statt ausschließlicher Polemik serviert zu bekommen, ansonsten könnten sie sich am Wahltag mit Grausen von den Urnen abwenden. Und dann geht es den Politikern wie den Kickern - hinterher hätte man gewusst, wie es geht...

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