Gewerkschaft PRO-GE bekräftigt Nein zum 12-Stunden-Tag

Generationswechsel bei Tiroler Landeskonferenz: Patrik Tirof mit über 98 Prozent zum neuen Vorsitzenden gewählt Generationswechsel bei Tiroler Landeskonferenz: Patrik Tirof mit über 98 Prozent zum neuen Vorsitzenden gewählt

Innsbruck (OTS/ÖGB) - Unter dem Deckmantel "Arbeitszeit-Flexibilisierung" wollen Arbeitgeber und Teile der ÖVP den ArbeitnehmerInnen die Zuschläge und die Mitbestimmung bei der Arbeitszeit wegnehmen. Die tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden soll fallen. "Wir lehnen das vehement ab. Denn Vorschläge zur Flexibilisierung, wie der 12-Stunden-Tag, bedeuten für die Menschen weniger Lohn. Die Mitbestimmung der Beschäftigten bei der Arbeitszeit wird massiv verschlechtert. Mit der PRO-GE wird es solche arbeitnehmerfeindlichen Maßnahmen sicher nicht geben", sagte PRO-GE Bundesvorsitzender Rainer Wimmer bei der Tiroler Landeskonferenz am 7. September in Absam. Patrik Tirof, Betriebsrats-Chef bei GE Jenbacher, wurde mit 98,1 Prozent zum neuen Tiroler Vorsitzenden gewählt.++++

Vergleichsstudien würden belegen, dass die österreichischen ArbeitnehmerInnen länger arbeiten als in den meisten europäischen Ländern. Wer die Arbeitszeiten noch weiter ausdehnen wolle, erhöhe massiv die gesundheitlichen Belastungen und streiche gleichzeitig die Überstundenzuschläge, kritisierte Wimmer: "Ausbeuterische Hirngespinste wie der 12-Stunden-Tag gehören ins Mittelalter, aber nicht ins 21. Jahrhundert. Was wir brauchen sind intelligente Modelle zur Verkürzung der Arbeitszeit - für mehr Familienleben, mehr Gesundheit und mehr Beschäftigung." Darauf werde man auch in den bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen in der Metallindustrie drängen, kündigte Wimmer an: Vor allem gehe es um eine Arbeitszeitverkürzung für Beschäftigte mit besonders belastender Arbeit (etwa für Nachtarbeit, Akkordarbeit, Montagearbeit sowie Arbeiten die unter Schmutz, Erschwernis, Gefahr fallen).

Neues Landespräsidium gewählt

Die PRO-GE Tirol vertritt mehr als 10.000 Mitglieder. "In Tirol bilden rund 600 BetriebsrätInnen und 70 JugendvertrauensrätInnen das Rückgrat der Gewerkschaft. Wir kämpfen jeden Tag erfolgreich für die Anliegen der Menschen", betont PRO-GE-Landessekretär Robert Koschin. So konnte die PRO-GE Tirol von 2009 bis 2012 rund 12 Millionen Euro für ihre Mitglieder erstreiten. Dies betrifft unter anderem Sozialpläne, Kurzarbeitsvereinbarungen, Rechtschutz-Tätigkeiten und Interventionen etwa bei falschen Lohneinstufungen oder zu niedriger Entlohnung.

An der Tiroler Gewerkschaftsspitze kam es zu einem Generationswechsel. Auf der Landeskonferenz wählten die Delegierten Patrik Tirof zum Landesvorsitzenden. Der 28-jährige Tirof ist seit 2012 Vorsitzender des ArbeiterInnenbetriebsrates von GE Jenbacher und folgt nun dem langjährigen Vorsitzenden Norbert Klotz nach. Klotz war seit 1996 Vorsitzender (zuerst Gewerkschaft Metall-Textil und seit dem Jahr 2009 PRO-GE) in Tirol und hat in den letzten 36 Jahren viele Spitzenfunktionen in der Gewerkschaftsbewegung ausgefüllt. "Ich danke Norbert Klotz besonders für 17 Jahre erfolgreiche und wichtige Arbeit als Landesvorsitzender und ich wünsche gleichzeitig Patrik Tirof viel Erfolg in seiner neue Funktion", sagte Rainer Wimmer nach der Wahl. Klotz wurde mir der goldenen Verdienstmedaille des Landes Tirol ausgezeichnet.

Das neue Landespräsidium setzt sich weiters aus den StellvertreterInnen Walter Berktold (Plansee Metall), Silvia Nagele (Olymp Werk), Otto Neumann (Verbund Hydro Power), Bernhard Ralser (Papierfabrik Wattens), Hubert Scheiber (Tyrolit Schleifmittelwerke Swarovski), Landesjugend-Vorsitzende Melanie Ebster (Voestalpine Stahl), Landessekretär Robert Koschin und Kontrollkommissions-Vorsitzenden Günter Blaas (beratend) zusammen.

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