Neues Volksblatt: "Fass ohne Boden" (von Jürgen Leppen)

Ausgabe vom 4. September 2013

Linz (OTS) - Satte 3,1 Mrd. Euro hat die Kärntner Hypo die österreichischen Steuerzahler schon gekostet, dazu kommen weitere 700 Mio., die der Staat in Kürze zuschießen muss, damit die notverstaatlichte Bank überhaupt eine Halbjahresbilanz zustande bringt. Unverbesserliche Optimisten mögen vielleicht geglaubt haben, dass es damit getan ist. Doch nun wissen wir: Es könnte noch viel schlimmer kommen. Zugleich mit dem Sanierungsplan hat die EU gestern weitere bis zu 8,6 Mrd. Euro an Staatshilfen genehmigt. Dann wären wir in Summe bei 11,7 Mrd. Euro. Zwar geht die Regierung nicht von diesem worst case-Szenario aus, doch wer kann schon wissen, wie viele Leichen das frühere Kärntner Banken-Flaggschiff noch im Keller hat. Dafür, dass sich die Hypo Alpe Adria zu einem Fass ohne Boden entwickelt, darf sich der heimische Steuerzahler bei einer Landesregierung bedanken, der ein Landeshauptmann mit hoffnungslos übersteigertem Geltungsdrang vorstand. Die Hypo Alpe Adria diente ihm als Vehikel zur Finanzierung seiner - meist viel zu groß geratenen -Prestigeprojekte. Irgendwann platzte die ganze Geschichte, das Kartenhaus fiel in sich zusammen. Geblieben ist ein Milliardengrab, das jetzt in jahrelanger und mühsamer Arbeit mit Steuergeld saniert werden muss. Bleibt nur zu hoffen, dass die Politik - und auch der Wähler - aus dieser Misere die richtigen Schlüsse ziehen.

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