Neue Mercer-Studie zeigt: Unternehmen sind weiterhin sehr zurückhaltend bei der Einführung von Firmenpensionen

Wien (ots) -

  • Nur sieben Prozent der Unternehmen planen in den kommenden ein bis zwei Jahren Firmenpensionslösungen einzuführen
  • Betriebsräte sehen PKG-Novelle tendenziell positiv
  • 68 Prozent der Pensionskassenkunden bieten keinen Wechsel in die betriebliche Kollektivversicherung an

Zwar ist ein Drittel der Arbeitnehmervertreter in Österreich aus Unternehmen mit Pensionskassenlösungen mit den Inhalten der Pensionskassengesetzes-Novelle, die größtenteils seit 1. Jänner 2013 gilt, zufrieden. Weitere 50 Prozent bewerten die Neuerungen immerhin als neutral. Jedoch gaben nur 7 Prozent der Arbeitnehmervertreter jener Unternehmen, die noch gar keine bAV anbieten, an, dass eine solche in den kommenden ein bis zwei Jahren eingeführt wird. Die Pensionskasse und die steuerfreie Zukunftssicherung (300-Euro-Modell) gelten dabei als bevorzugte Instrumente. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Mercer-Studie, für die mehr als 300 Betriebsräte dazu befragt wurden, wie sie die PKG-Novelle und den derzeitigen Status der betrieblichen Alters- und Risikovorsorge (bAV) in Österreich einschätzen.

"Die Zuwächse an betrieblichen Vorsorgelösungen bei den Versicherern und Pensionskassen stagnieren und unsere Studie zeigt, dass sich daran ohne staatliche Anreize in den kommenden Jahren höchstwahrscheinlich wenig ändern wird. Der Gesamtmarkt Österreich bildet mit einer Verbreitung der bAV von nur 23 Prozent noch immer das Schlusslicht in Europa", so Josef Papousek, Geschäftsführer von Mercer Österreich. "Laut Angaben des Fachverbands der Pensionskassen haben in dem von uns weitestgehend nicht untersuchten Segment der Klein- und Kleinstbetriebe gar nur rund 10 Prozent eine betriebliche Pensionslösung für ihre MitarbeiterInnen abgeschlossen. Gemeinsam mit unseren Studienergebnissen zeigt dies, dass wir in Österreich endlich attraktive bAV-Angebote und eine entsprechende Unterstützung für die Unternehmen benötigen - zum Beispiel durch steuerliche Anreize, um diesen wichtigen Bestandteil der Altersversorgung zu stärken. Anders als bei unseren ebenfalls wahlkämpfenden deutschen Nachbarn kann man leider in den bis dato veröffentlichten Wahlprogrammen der heimischen Parteien rein gar nichts zum Thema betriebliche Altersvorsorge entdecken. Das Thema weitere vier Jahre zu ignorieren, während wir derzeit die europäische Schlusslichtposition innehaben, wäre aus unserer Sicht fahrlässig."

Die Studienteilnehmer jener Unternehmen mit Pensionskassenlösungen sind sich nicht einig, ob die Pensionskasse als bAV-Instrument durch die PKG-Novelle für Berechtigte attraktiver wird. 36 Prozent der Befragten stimmten dieser Einschätzung zwar zu, doch weitere 31 Prozent lehnten diese ab. Ein Drittel der Teilnehmer hat noch keine eindeutige Meinung. Allerdings werden einzelne Inhalte der Novelle durchaus positiv bewertet. So sehen 54 Prozent der Studienteilnehmer in der Sicherheits-VRG ein gutes Instrument, um sicherzustellen, dass Pensionen nicht unter die berechnete Ursprungshöhe sinken.

Ebenfalls 54 Prozent schätzen die Wechselmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Veranlagungsstilen als Verbesserung hinsichtlich der Bedürfnisse der Anwartschaftsberechtigten ein. Immerhin bereits 15 Prozent bieten aktuell einen Wechsel in die neue betriebliche Kollektivversicherung an.

Jeweils knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie eine Reduzierung der Unverfallbarkeitsfrist auf maximal drei Jahre und eine Rechnungszinsanpassung auf 3 Prozent p.a. unterstützen. 40 Prozent der Teilnehmer sagten, dass in ihren Unternehmen bereits ein Rechnungszins zwischen 3,0 und 3,5 Prozent vereinbart ist.

"Die Novelle des Pensionskassengesetzes war eine notwendige Sanierungsmaßnahme des in die Jahre gekommenen Altersvorsorgeinstruments Pensionskasse. So war etwa die Anpassung des Rechnungszinses ein unumgänglicher Schritt, damit auf lange Sicht die Pensionen gesichert werden können. Dass Berechtigte nun auch mehr Mitentscheidungsrechte haben, ist ebenfalls ein bedeutender Meilenstein. Mit Inkrafttreten der PKG-Novelle konnte das Instrument Pensionskasse hinsichtlich Transparenz und Wahlmöglichkeiten bereits deutlich verbessert werden. Diese Verbesserungen kommen nun auch den Mitarbeitern zu Gute", kommentiert Michaela Plank, bAV-Expertin bei Mercer Österreich, die Novelle. Wichtig ist nun, dass Firmen das für sie am besten passende Ausmaß an Flexibilität und Individualität im Rahmen der Novelle umsetzen. Denn Flexibilität ist zwar gut, hat aber auch ihre Grenzen."

Die wesentlichen Eckpunkte der PKG-Novelle auf einen Blick:

  • Verpflichtende Einführung einer Sicherheits-Veranlagungs- und Risikogemeinschaft (Sicherheits-VRG) sowie optionale Wechselmöglichkeit in die betriebliche Kollektivversicherung
  • Ausweitung des Lebensphasenmodells
  • Festlegung des maximalen Rechnungszinses für neue Anwartschaftsberechtigte in einem bestehenden Pensionskassenmodell
  • Verkürzung der Unverfallbarkeitsfrist
  • Mehr Transparenz hinsichtlich Kosten und Performance

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