AK-Kalliauer zu alarmierendem Anstieg der Altersarbeitslosigkeit: Wir brauchen verpflichtende Beschäftigungsquoten für Ältere

Linz (OTS) - "Wenn die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen in Oberösterreich um mehr als 31 Prozent steigt, dann können die Rufe nach einem späteren Pensionsantritt nur als zynisch bezeichnet werden. Denn offensichtlich gibt es die vielen Jobs für Ältere nicht", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Ein Bonus-Malus-System, das Betriebe mit wenig älteren Mitarbeitern/-innen und schlechten Arbeitsbedingungen bestraft und jene mit vielen über 50-Jährigen und guten Bedingungen belohnt, soll mehr Menschen vor Altersarbeitslosigkeit bewahren.

Um die Personalpolitik der Unternehmer zu verändern und älteren Arbeitnehmern/-innen reelle Beschäftigungschancen zu bieten, reichen Appelle augenscheinlich nicht aus. Es führt daher kein Weg an verpflichtenden Beschäftigungsquoten für Ältere vorbei. Ein Bonus-Malus-Modell könnte die notwendigen Anreize bieten, um das Verhalten der Unternehmer tatsächlich zu verändern. Es wird dabei kein Unternehmen gezwungen, ältere Mitarbeiter/-innen zu beschäftigen. Aber durch die Malus-Zahlungen müssen die Verantwortlichen die gesellschaftlichen Kosten ihrer Personalpolitik (zumindest teilweise) selber tragen. Eine ablehnende Haltung der Arbeitgeber/-innen gegenüber dem Bonus-Malus-Modell ist nicht nachvollziehbar, denn es sind damit keine zusätzlichen finanziellen Belastungen für die Unternehmen verbunden, es wird lediglich zwischen den Betrieben umverteilt.

Zusätzlich muss aber auch die Qualität der Jobs massiv steigen. Druck, zu wenig Erholungsphasen, ständig neue Herausforderungen ohne ausreichende Zeit, diese auch bewältigen zu können und technische Grenzenlosigkeit machen es vor allem älteren Beschäftigten immer schwerer, gesund zu bleiben. Der Optimismus sinkt massiv, wie auch aktuelle Zahlen des Österreichischen Arbeitsklima Index zeigen. Glauben noch 61 Prozent der 15- bis 19-Jährigen, bis 65 durchhalten zu können, so glauben dies Arbeitnehmer/-innen über 50 nur mehr zu 47 Prozent.

Betriebe, die nicht auf die Gesundheit ihrer Beschäftigten achten, müssen zur Verantwortung gezwungen werden. Die Evaluierung psychischer und physischer Belastungen am Arbeitsplatz muss aufgewertet und durch das Arbeitsinspektorat flächendeckend und regelmäßig überwacht werden. Wer sämtliche Hinweise ignoriert und die Gesundheit der Mitarbeiter/-innen nicht ausreichend schützt, soll zahlen müssen. Umgekehrt sollen Verbesserungen unterstützt und belohnt werden.

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