Köstinger: Milchproduktion in Berggebieten sichern

EU-Kommission bleibt säumig: EU-Parlamentsausschuss macht eigene Vorschläge für Maßnahmen nach Auslaufen der Milchquote 2015

Brüssel, 03. September 2013 (ÖVP-PD) "Die Liberalisierung des Milchmarktes wird vor allem Berggebiete und benachteiligte Gebiete hart treffen. Die EU-Kommission ist bis heute Lösungsansätze schuldig geblieben, wie der Milchsektor nach dem Auslaufen der Milchquote 2015 stabilisiert und die Milchproduktion gesichert werden soll", so Elisabeth Köstinger, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament zur gestrigen Debatte über ein Maßnahmenpaket nach dem Ende der Milchquote, das der Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments vorgelegt hat. ****

"Für die Landwirtschaft gibt es im Berggebiet kaum Alternativen zur Milchproduktion", so Köstinger. Laut der EU-Abgeordneten werden 60 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Berggebiet für die Milchwirtschaft genutzt und 10 Prozent der gesamten Milch in der EU wird im Berggebiet produziert. "Der Stellenwert der produktiven Landwirtschaft ist vor allem in benachteiligten Regionen hoch. Nur eine produktive Landwirtschaft kann in diesen Gebieten weiterhin
zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft und der Biodiversität und zur Einschränkung von Naturgefahren beitragen", erklärt Köstinger. Die landwirtschaftliche Produktion sei Grundlage für eine erfolgreiche Regionalentwicklung, ohne die sich andere Wirtschaftsbereiche nicht entwickeln könnten. "Milchproduktion muss sich auch nach Auslaufen der Milchquote lohnen", fordert Köstinger und ergänzt: "Es geht nicht nur um die Sicherung von bäuerlichen Existenzen, sondern um die Sicherung der gesamten Wertschöpfungskette in den Regionen und um den Erhalt von Arbeitsplätzen."

Der Agrarausschuss des EU-Parlaments hat die Initiative ergriffen und ein Maßnahmenpaket zum Auslaufen der Milchquote vorgelegt. Oberste Priorität hat für die EU-Abgeordneten die Ausgestaltung einer betrieblich differenzierten Ausgleichszulage, bei der auch der Viehbesatz eingerechnet werden kann. "Es braucht außerdem Lösungen für die kostenintensiven Bereiche: Etwa sind die Erfassungskosten für Milch im Berggebiet sehr hoch. Den Verarbeitungsbetrieben sollte Unterstützung gewährt werden, um die höheren Kosten gegenüber denjenigen in Gunstlagen auszugleichen", erklärt Köstinger. "Augenmerk muss auch auf die Zuchtarbeit gelegt werden, um eine qualitativ hochwertige und eigene Nachzucht zu ermöglichen", so Köstinger. "Die Produkte aus dem Berggebieten und benachteiligten Gebieten stehen für Qualität. Es braucht weitere Maßnahmen zur Markterschließung und im Bereich Produktinnovation", erklärt Köstinger und verweist auf die Forderung des EU-Parlaments nach dem rechtlichen Schutz der Bezeichnung "Produkt aus dem Berggebiet".

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